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Krimi - 07/06/12

Bad Cop Movies

Eine Reportage von Yves Montmayeur

Verkehrte Welt! In den Bad Cop-Movies sind die Gesetzlosen gutgläubig, und die Bullen colt-gesteuert. Ist es nicht schön, so richtig böse zu sein?

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"Der Krimi ist kein Genre mit einer eindeutigen Moral. Es gibt kein schwarz und weiß, gut und böse, Wahrheit und Lüge ... Er lehrt uns, dass niemand nur gut oder nur schlecht ist.

"Äußere Umstände können Gute zu Bösen machen, und genau in dieser ethisch-moralischen Grauzone fühlt sich der Krimi am wohlsten. Deshalb gehört der Antiheld für mich auch zur Tradition des Krimis." Enrique Urbizu

In “Keinen Frieden für die Bösen“ steht einiges auf der Abschussliste des spanischen Regisseurs Enrique Urbizu. Sein korrupter Inspektor Santos Trinidad hat keine Lizenz zum Töten, doch das stört ihn herzlich wenig.

Letztes Jahr im September läuft der düstere Polizei-Thriller beim Festival von San Sebastian und trifft bei der Vergabe der Goyas, der spanischen Oscars, gleich sechs Mal ins Schwarze.





Für seinen achten Spielfilm lässt Enrique Urbizu aus Bilbao seinen Helden durch die Hölle des baskischen und islamistischen Terrors gehen. Der Regisseur inspiziert mit Vorliebe die Schattenseiten der spanischen Gesellschaft.

Der scheinbar miese Santos Trinidad wird jedoch unfreiwillig zum Helden, der versucht, ein internationales Komplott aufzudecken, bei dem Drogenhandel, baskische Separatisten und islamistischer Terror unter einer Decke stecken.

Für Inspektor Tul steht die Welt buchstäblich Kopf, als er nach einer Schussverletzung alles umgedreht wahrnimmt. Während er sich mit dieser neuen Sichtweise arrangiert, offenbart sich ihm seine neue Mission: Als thailändischer Dirty Harry muss Tul das korrupte Gesindel ausmerzen.

Pen-Ek Ratanaruangs Film Noir “Headshot“, nach einem Roman des Thailänders Win Lovarin, läuft im Sommer an und verdreht dem Zuschauer die Sinne.





Der fünfzigjährige Pen-Ek Ratanaruang ist ein alter Hase im thailändischen Filmgeschäft. Nach seinem Studium in New York und einem Intermezzo in einer Werbeagentur in Bangkok entsteht 1997 sein erster Spielfilm. Inzwischen hat er acht davon in seiner Heimat gedreht und alle behandeln ziemlich unbequeme Themen.

Das Krimifilm-Festival im französischen Beaune hat sich in nur vier Jahren zum Mekka des Genres “Duett für Pistole und Blaulicht“ gemausert. Stefano Sollima hat bereits das Polizei-Epos “Romanzo Criminale“ für das Fernsehen adaptiert.

Nun ist sein erster Kinofilm fertig: “ACAB“ - Abkürzung für "All Cops Are Bastards". Sein Vater Sergio Sollima dreht in den Siebzigern Krimis und Western und ebnet Stefano so seinen Lebensweg.

Mit seinem Filmdebut nimmt Stefano Sollima die dunkle Seite der Macht ins Visier und inszeniert den Alltag von drei Mitgliedern des Celere, den Sondereinsatzkommandos der italienischen Polizei.

Mitte der Achtziger übernehmen Skinheads den Knacki-Slogan "All Cops Are Bastards", etwa “Alle Bullen sind Schweine“. 2009 macht ihn der italienische Journalist Carlo Bonini zum Titel seines Romans über die Unruhen beim G8-Gipfel in Genua 2001. Er ist die Vorlage zu Stefano Sollimas Film, der den Zuschauer auf die andere Seite der Barrikaden katapultiert.

"Viele versuchen das Publikum zu erziehen. Ich nicht, ich hasse das, weil nach diesem Prinzip auch die großen Diktaturen funktionieren. Gewisse Dinge nicht zu zeigen, weil das Publikum sie vielleicht nicht verstehen würde, ist eine Form von Zensur. Ich bin sicher, wenn ein demokratischer Mensch einen Film wie ACAB sieht, wird er nicht den geringsten Zweifel an dessen Aussage haben. Denn sein Standpunkt ist zwar nicht offensichtlich, aber er existiert." Stefano Sollima






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Freitag 15. Juni 2012 um 02.20 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2012, 52mn)
ARTE F

Erstellt: 06-06-12
Letzte Änderung: 07-06-12