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16.06.05 - 23.15 : tracks - 31/10/08

Backstage - Bounce

Dieser Sound ist der Ursprung von Crunk und Dirty South. Sexy, digital und funky, liefert der Bounce den Vibe der Afro-Amerikanischen Community. Wie früher schon der Jazz oder der Rhythm and Blues, entstand dieser Stil an den Ufern des Mississipi, in New Orleans. Beim Bounce geht es in erster Linie um Fun bis zum Exzess, Tabus gibt es keine.

The Beat Doctor featuring Mr. Magic, B.G. and 5th Ward Weebie (real audio - 4 Min.40)


New Orleans war 150 Jahre lang die Drehscheibe des Sklavenhandels in den USA. Seit ihrer Gründung durch französische Emigranten stellt die Schwarze Community zwei Drittel der Bevölkerung dieser Stadt. Zu Zeiten der Sklaverei war es den Zwangsarbeitern jeden Sonntag gestattet, sich außerhalb der Plantagen zu versammeln. Das war einzigartig in den USA. Daraus entstand der „Congo Square“, eine Art Markt, auf dem die verbotenen Traditionen aus der afrikanischen Heimat durch die Musik von Generation zu Generation vererbt wurden.
Auf dem „Congo Square“, der später zu „Parc Amstrong“ umgetauft wurde, entstand der Funk, was auf guineisch so viel bedeutet wie „Schweiß“. Während des 19ten Jahrhunderts geisterte der Funk zuerst durch die Beerdigungsfanfaren. Bei diesen Zeremonien spielte die Marching Band die so genannte Second Line Music für die Tänzer des Trauerzuges. Anstatt zu heulen wird gefeiert. An diesem Credo hat sich bis heute für die Afro-Amerikaner von New Orleans nicht geändert.

Der Bounce stammt aus den Ghettos von New Orleans. Die Zustände, die hier herrschen, erinnern fast an die Zeiten der Sklaverei. In den Hoods lebt 70 Prozent der schwarzen Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Hier besteht wenig Hoffnung auf ein besseres Leben. Seit 1994 wurde in diesen Vierteln ab 19Uhr sogar eine gesetzliche Ausgangs-Sperre für Bewohner unter 17 verhängt. In der amerikanischen Kriminalitäts-Statistik liegt New Orleans hinter L.A. und Miami an dritter Stelle.

Der Plattenladen „Peaches“ liegt mitten im Ghetto und ist das Mekka des Bounce. Kunden kommen aus Japan angereist um für eine Maxi aus einer Kleinstauflage bis zu 100 Dollar zu löhnen. Viele internationale Stars haben hier angefangen, darunter die Millionenschweren Juvenile und Master P, oder auch Mystical, der im Moment allerdings hinter Gittern sitzt. Der Shop ist die Anlaufstelle für Bounce-Producer aus der Independant-Szene, die weder Marketing noch Vertrieb haben und ihre CDs am eigenen Computer brennen. Peaches ist das Sprungbrett für Local Heroes.

Fundament des Bounce ist ein hypnotisierender eintöniger Beat, der von den Fanfaren der Trauerzüge stammt, ebenso wie die Lyrics. Ganz nach dem Vorbild von New Orleans ist der Bounce auch der Sound aller Laster. 1897 wurde die Prostitution in Storyville legalisiert was aus diesem Viertel das größte Bordell Amerikas machte. Hier wurde vor 100 Jahren der Jazz geboren.
Nach dem ersten Weltkrieg ließ die Stadt Storyville abreißen, die Prostituierten zogen ins Zentrum. Seitdem ist die Burbon Street im französischen Viertel, die Attraktion für Sex-Touristen aus aller Welt. Taxis weigern sich längst ins ehemalige Storyville zu fahren, obwohl gerade dort das „Kickback“ liegt, ein Club der den Bounce jeden Abend live serviert.
Wie auf dem Congo Square vor drei Jahrhunderten, lässt sich hier die harte Realität für ein paar Stunden vergessen.

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In der Reportage zu sehen
DJ Jubilee
The Beat Doctor / 7th Ward Soulja
Phil Frazier
Adresse
Peaches Records and Tapes
3129 Gentilly Blvd.
New Orleans, LA 70122
>> Offizielle Website mit Infos, Catalog, Online Shop


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TRACKS
Donnerstag, den 16. Juni um 23.15 Uhr
Wiederholung am Samstag, den 18. Juni um 17.50 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program33
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Erstellt: 16-06-05
Letzte Änderung: 31-10-08


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