Nach ayurvedischer Vorstellung hat jeder Mensch seine eigene Konstitution, die sich aus einem individuellen, also für ihn typischen Verhältnis der drei Doshas Vata, Pitta und Kapha zusammensetzt. Die Doshas bilden die Grundlage für das Verständnis des Ayurveda. Der Einfachheit halber werden sie häufig auch als Funktions- oder Energieprinzipien beschrieben.Ayurvedische Doshas
Die Doshas ergeben sich aus den fünf Elementen: Äther/Raum und Luft prägen das Vata. Feuer und zu einem geringeren Teil Wasser stehen für Pitta. Kapha leitet sich aus den Elementen Erde und Wasser ab. Die jeweiligen physikalischen Qualitäten der Elemente kennzeichnen die Eigenschaften der Doshas. Diese Eigenschaften wiederum haben verschiedene Funktionen, die sich in unterschiedlichen Kombinationen im Körper des Menschen wiederfinden.
So ist Vata zuständig für die Beweglichkeit, sowohl körperlich als auch geistig und verantwortlich für die Trennung von Nähr- und Abfallstoffen, für die Ausscheidung und für die Atmung. Pitta, das Feuerprinzip, regelt unter anderem die Verdauung, die Wärmeproduktion, Hunger- und Durstgefühl, aber auch die Sehkraft. Außerdem ist es verantwortlich für den Intellekt und die Elastizität des Körpers, insbesondere der Gelenke. Kapha als Strukturprinzip gibt Stabilität, Kraft und Potenz und ist gleichzeitig Basis für die Eigenschaften Großzügigkeit, Mut und Nachsicht.
Zusammenspiel im UngleichgewichtGerät das Zusammenspiel der Doshas aus dem Gleichgewicht, entstehen Unwohlsein und Krankheit. Die Methoden des Ayurveda haben das Ziel, dieses Gleichgewicht zu erhalten. Der ayurvedische Arzt hat immer den ganzen Menschen im Blick. Er betrachtet ihn als Gesamtheit aus Körper, Geist und Seele. Die Lebens- und Krankengeschichte, aber auch die Konstitution des Patienten spielen eine ebenso wichtige Rolle wie die akuten Symptome.
Zur Diagnosestellung benutzt der Arzt seine Sinne. Puls- und Zungendiagnose bilden dabei eine wichtige diagnostische Grundlage. Die Behandlung im Ayurveda ist immer individuell auf den Patienten zugeschnitten. Dabei werden verschiedene Methoden angewandt:
- Ratschläge zur Ernährung und Lebensführung
- die Reinigung des Körpers von Giftstoffen
- Massagen
- Kräuterdämpfe
- das Verabreichen von Kräuterarzneien
- das Anleiten zu richtiger Atmung und Meditation
- Äußere Ölanwendung
Königsdisziplin im Ayurveda
Die Königsdisziplin im Ayurveda ist die Panchakarma-Kur. Die Kombination aus inneren und äußeren Ölanwendungen, ayurvedischer Küche, Yoga und Meditation wirkt ganzheitlich reinigend und soll Körper, Geist und Seele in einen harmonischen Einklang bringen.
Die Ernährung nimmt im Ayurveda einen großen Stellenwert ein. Empfohlen wird eine ausgewogene und der Konstitution entsprechende Nahrungszusammensetzung. Wer nach Ayurvedabehandlungen sucht, sollte sich zuvor genau über Kliniken und Angebote informieren. Ein wichtiger Punkt dabei ist, welche Ausbildung der Therapeut oder der Arzt hat.
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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 02. Mai 2006 um 14.00 Uhr
Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF -ARTE G.E.I.E.






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