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25/04/05

Autismus

In Isolation leben


Autismus ist eine tiefgreifende Persönlichkeitsstörung mit einem vielfältigen Erscheinungsbild. Autisten können ihre Gefühle und Wünsche nicht mitteilen, oft können sie nicht einmal sprechen. Die Welt erscheint ihnen chaotisch und bedrohlich.

Autistische Störungen werden in vier Gruppen unterteilt. Neben dem psychogenen und dem somatogenen Autismus unterscheidet man das Kanner- und das Asperger-Syndrom. Die beiden Syndrome bilden die Hauptformen des Autismus.
Bei etwa zwei bis vier von 10.000 Kindern tritt eine autistische Störung auf, dabei sind Jungen drei- bis vier Mal häufiger betroffen als Mädchen. Insbesondere am Asperger-Syndrom erkranken fast nur männliche Kinder. Bei den meisten autistischen Kindern entwickeln sich die Krankheitsmerkmale bereits vor dem dritten Lebensjahr.

Kein seelisches Leiden
Obwohl die Störung seit mehr als 50 Jahren erforscht wird, sind die genauen Ursachen des Autismus bisher nicht eindeutig geklärt. Bei der Entstehung spielen vermutlich mehrere Faktoren eine Rolle.
Genetische Einflüsse und neurobiologische Abläufe können die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen und die autistische Störung auslösen. Entgegen früherer Meinungen entsteht Autismus nicht durch familiäre Konflikte oder Erziehungsfehler und ist kein seelisches Leiden.

Gestörte Kommunikation und Isolation
Die Symptome bei Autismus sind je nach Art der Störung unterschiedlich stark ausgeprägt und betreffen verschiedene Bereiche. Der psychogene Autismus zeichnet sich insbesondere durch Störungen der Kommunikationsfähigkeit, durch emotionale Gleichgültigkeit und fehlende Initiative aus. Bedeutendes Merkmal des somatogenen Autismus ist eine mangelnde Kontaktfähigkeit, die durch die Isolierung von der Umwelt weiter verstärkt wird.

Eingeschränkte Kontakte
Beim Asperger-Syndrom treten die ersten Anzeichen ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr auf. Wesentlich ist die eingeschränkte Kontaktfähigkeit der Betroffenen. Die Störungen der zwischenmenschlichen Beziehungen sind aber meist nicht so tiefgreifend wie beim Kanner-Syndrom, das früher auftritt.


Bei Kindern, die unter dem Asperger-Syndrom leiden, ist die Sprachentwicklung verzögert, aber meist ungestört. Die Betroffenen sind häufig durchschnittlich oder überdurchschnittlich intelligent. Sie haben aber oft Lernschwierigkeiten. Ein Grund dafür ist zum Beispiel ihre mangelnde Aufmerksamkeit. Auf Anforderungen oder Einschränkungen reagieren sie häufig mit Wutausbrüchen und neigen dazu, rücksichtslos ihren Willen durchzusetzen.

Völlige Kontaktlosigkeit
Beim Kanner-Syndrom treten die Symptome in den ersten Lebensmonaten auf. Die Kinder vermeiden schon im Säuglingsalter den Blick- und Körperkontakt und begrüßen ihre Eltern nicht. Mitmenschen werden von ihnen in ihrer Existenz überhaupt nicht wahrgenommen.

Etwa die Hälfte der Kinder erlernen nie eine sinnvolle Sprache. Die meisten Betroffenen sind in ihrer Intelligenz stark unterentwickelt, zum Teil auch geistig behindert. Bei diesen Kindern fällt zudem ein starker Hang zu stereotypen und sich wiederholenden Handlungen sowie zu einem selbstverletzenden Verhalten auf.


Integration anstreben
Jede autistische Störung muss individuell beurteilt und behandelt werden Ein multimodaler Behandlungsplan strebt die bestmögliche Integration des Patienten an. Er besteht aus:

  • Verhaltenstherapie

  • Frühförderung

  • Sprachtraining

  • pädagogischen Programmen

  • Medikamenten

  • wenn nötig, speziellen Diäten und

  • Bewegungstraining.

Viele Autisten sind ein Leben lang auf Hilfe angewiesen.

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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 19. April 2005 um 14.45
Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF -ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 15-04-05
Letzte Änderung: 25-04-05