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Kino auf ARTE - 22/06/12

Auf das, was wir lieben

(A nos amours)
Spielfilm, Frankreich, 1983, ARTE F, 95 Min.,
Regie: Maurice Pialat, Drehbuch: Maurice Pialat, Arlette Langmann, Kamera: Jacques Loiseleux, Musik: Henry Purcell, Schnitt: Yann Dedet, Valérie Condroyer, Sophie Coussein, Produktion: Gaumont, Les Films du Livradois, France 3, Produzent: Micheline Pialat, Emmanuel Schlumberger, Daniel Toscan du Plantier
Mit: Sandrine Bonnaire (Suzanne), Maurice Pialat (Vater von Suzanne), Dominique Besnehard (Robert), Cyril Collard (Jean-Pierre), Evelyne Ker (Mutter von Suzanne), Christophe Odent (Michel), Cyr Boitard (Luc), Pierre-Loup Rajot (Bernard)

Die 15-jährige Suzanne stürzt sich bei ihren ersten sexuellen Erfahrungen von einem Mann zum anderen ohne tiefere Empfindungen oder eine dauerhafte Bindung. Ihrer Familie missfällt ihr Verhalten, und auch sie selbst befürchtet, für eine wahre Liebe unempfindsam zu sein. Als ihr Vater überraschend die Familie verlässt und Suzanne mit ihrem gewalttätigen Bruder und ihrer depressiven Mutter zurücklässt, eskaliert die Situation und die Familie droht endgültig auseinander zu brechen.



Suzanne ist 15 Jahre alt, schwänzt regelmäßig die Schule und findet ihr kurzweiliges Glück nur in den Armen von Männern. Ohne tiefere Empfindungen oder eine dauerhafte Bindung schläft sie mit ihnen. Unverstanden von ihrer Familie zieht sie deren Zorn auf sich. Als ihr Vater die Familie überraschend für eine neue Frau verlässt, ist Suzanne den Gewalttätigkeiten ihres eifersüchtigen Bruders und den hysterischen Anfällen ihrer Mutter ausgesetzt.
Sie selbst befürchtet, für die wahre Liebe unempfänglich zu sein und niemals eine dauerhaft funktionierende Beziehung aufbauen zu können. Der scheinbar einzige Ausweg: sich dem Wunsch ihrer Familie beugen und einen Mann heiraten. Suzannes Wahl fällt auf Bernard, doch auch dieser Mann scheint von ihr nur beliebig gewählt zu sein.

In "Auf das, was wir lieben" gelingt Maurice Pialat das Porträt einer Halbwüchsigen, die durch ihre beziehungslosen Abenteuer und bedeutungslosen sexuellen Zwischenspiele mit verschiedenen Männern nicht nur bei ihrer Familie und deren Moralvorstellungen anstößt, sondern auch die eigene Flatterhaftigkeit erkennt. Die Fähigkeit zu Lieben scheint die Hauptfigur Suzanne nicht zu besitzen. Eindringlich inszeniert Maurice Pialat Suzannes Unzulänglichkeiten in der Liebe und ihre Probleme innerhalb der Familie, die in Gewalttätigkeiten und Hysterie ausarten.
In ihrer Rolle der Suzanne brilliert allen voran die damals erst 16-jährige Sandrine Bonnaire. Maurice Pialat hatte sie auf der Straße entdeckt und engagierte sie für ihren ersten Film. Auf Anhieb gewann Sandrine Bonnaire 1984 den César für die beste Nachwuchsschauspielerin. Zudem wurde der Film mit dem César in der Kategorie "Bester Film" ausgezeichnet. Sandrine Bonnaire ist heute eine bekannte Schauspielerin und Regisseurin. Ihren endgültigen Durchbruch feierte sie mit dem Film "Vogelfrei" (1985), für den sie den César in der Kategorie "Beste Schauspielerin" bekam. Ihre aktuellen Filme sind "Das Zeichen des Engels" (2008) und "Die Schachspielerin" (2009).

Auf das, was wir lieben
Dienstag 10. Juli 2012 um 01.40 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 1983, 100mn)
ARTE F

Erstellt: 22-06-12
Letzte Änderung: 22-06-12