Montag, 6. Februar 2012 um 20.15 Uhr - 28/02/12
Auf Liebe und Tod
(Vivement dimanche! ), François Truffaut,Frankreich, 1983 - 106 Min.
„Auf Liebe und Tod“ ist der letzte Film von François Truffaut. Er bildet zusammen mit „Schießen Sie auf den Pianisten“ (1960), „Die Braut trug schwarz“ (1968), „Das Geheimnis der falschen Braut“ (1969) und „Ein schönes Mädchen wie ich“ (1972) eine „schwarze Serie“ im filmischen Schaffen des Vertreters der Nouvelle Vague.
Der wohlhabende Besitzer einer Immobilienagentur, Julien Vercel, geht auf Entenjagd. Dort hört er zwei Schüsse, ohne sich etwas dabei zu denken. Wenig später sucht ihn die Polizei auf: Der Kinobesitzer Massoulier wurde hinterhältig im Schilf erschossen und Vercel war am Tatort. Doch zunächst kann ihm die Polizei nichts nachweisen und er wird entlassen. Kurz darauf erhält Vercel den anonymen Anruf einer Frau, welche ihm eröffnet, dass der Tote der Liebhaber seiner Frau Marie-Christine war.
Vercel ist schockiert. Als Marie-Christine von einer Reise aus Nizza zurückkommt, stellt ihr Mann sie zur Rede. Wenig später findet er Marie-Christine blutüberströmt auf dem Boden. Hals über Kopf flüchtet Vercel in seine Agentur, um sich dort zu verstecken. Seine kluge und aufgeweckte Sekretärin Barbara übernimmt die Angelegenheit und fährt an seiner Stelle für Nachforschungen nach Nizza, um herauszufinden, was seine Frau vor ihrem Tod dort gemacht hat.
Es scheint, dass Marie-Christine eine zwielichtige Vergangenheit gehabt hat. Die zwei Amateur-Detektive Barbara und Julien sind schon bald einer Verschwörung auf der Spur und geraten dabei selbst ins Fadenkreuz der Übeltäter ...
Da Truffaut die amerikanische Filmästhetik der 40er und 50er Jahre sehr bewunderte, versuchte er sie ins französische Kino zu transportieren. Bereits mit „Schießen Sie auf den Pianisten“ begann er dieses Vorhaben, jedoch ohne kommerziellen Erfolg. 23 Jahre später machte er sich erneut daran und verfilmte den amerikanischen Kriminalroman „The Long Saturday Night“ von Charles Williams aus dem Jahr 1962. Truffauts großer Erfolg „Die letzte Metro“ (1980) mit Catherine Deneuve in der Rolle der starken Frau im von den Nazis besetzten Paris, ermöglichte es ihm sich gegen das damalige Fernsehen, das die Kinofilme finanzierte und in Farbe sendete, durchzusetzen und drehte den Film in Schwarz-Weiß. Gleichzeitig wollte er nach dem Drama „Die Frau nebenan“ einen leichteren, unterhaltenden Film realisieren und schuf mit „Auf Liebe und Tod“ einen spannenden und sehr humorvollen Krimi mit schlagfertigen Wortgefechten und überraschenden Wendungen. Darin verkörpert die Schauspielerin Fanny Ardant eine clevere und mutige Frau, die für ihren mürrischen Chef Nachforschungen anstellt, um seine Unschuld zu beweisen.
Ardant spielte bereits 1981 an der Seite von Gérard Depardieu die Hauptrolle in Truffauts Liebesdrama „Die Frau nebenan“ und gab ihm privat noch im selben Jahr das Ja-Wort. Wie bereits Catherine Deneuve spielt auch sie in Truffauts Filmen starke Frauen.
Technischer Stab :
Regie: François Truffaut
Mit : Caroline Sihol (Marie-Christine Vrecel), Fanny Ardant (Barbara Becker), Jean-Louis Richard (Louison), Jean-Louis Trintignant (Julien Vercel), Jean-Pierre Kalfon (Massouliers Bruder, der Priester), Philippe Laudenbach (Maître Clément), Philippe Morier-Genoud (Kommissar Santelli)Kamera: Nestor Almendros
Musik: Georges Delerue
Schnitt: Martine Barraqué
Autor: Barbara Becker, François Truffaut, Jean Aurel nach Charles Williams's "The Long Saturday Night"
Produktion: Films A2, Les Films du Carrosse, Soprofilms
Produzent: Armand Barbault, François Truffaut
Auf Liebe und Tod
Mittwoch 15. Februar 2012 um 14.35 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 1983, 106mn)
ARTE F
Erstellt: 24-01-12
Letzte Änderung: 28-02-12