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Audrey Hepburn

Mythos und Ikone

Audrey Hepburn

05/01/09

Audrey Hepburn: Mythos und Ikone

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Audrey Hepburns grazile Schönheit hat, wie die Greta Garbos, Ava Gardners oder auch Marlene Dietrichs, in der Ikonographie des 20. Jahrhunderts untilgbare Spuren hinterlassen. Ihre schönen Rollen in den Komödien von Billy Wilder, Stanley Donen, Blake Edwards und George Cukor haben natürlich auch zur Legende beigetragen. Doch es ist ihre natürliche Eleganz, ihre Großzügigkeit, die sich unauslöschlich in der Psyche des Publikums verankert hat. Ihr Einfluss auf die Mode ist noch immer spürbar, von den 60er Jahren bis heute.

Dabei verlangt das Schönheitsideal, als sie 1953 ihren ersten Welterfolg «Ein Herz und eine Krone» dreht, das genaue Gegenteil von dem, was sie bietet. Explosive Blondinen mit üppigen Formen beherrschen die Szene: Marilyn Monroe, Kim Novak, Grace Kelly, Lana Turner… Audrey kommt von der ganz anderen Seite und lässt die Leinwand durch ihr Charisma erstrahlen: ihre schlanke Gestalt mit der Tänzerinnen-Figur bewegt sich katzengleich, ihre schwarzen Haare und die geschwungenen, klar gezeichneten Augenbrauen unterstreichen ihre riesigen Rehaugen, in denen alle Gefühle ihren Ausdruck finden.
Für «Ein Herz und eine Krone» entwirft Hollywoods geniale Kostümbildnerin Edith Head eine auf den ersten Blick wiedererkennbare Modelinie für die «wohlerzogene Rebellin»: glockenförmiger Rock, ärmellose Bluse, das kurze Haar unter dem Kopftuch.

Montag, 5. Januar 09 um 21.00 Uhr
Frühstück bei Tiffany
(USA, 1961, 109mn)
Regie: Blake Edwards
1954 lernt sie den Modemacher Hubert de Givenchy kennen, sie wird seine Muse und Freundin. Das einfache, zeitlose kleine Schwarze mit den Trägerschleifen, das sie in «Sabrina» trägt, ist unvergesslich und hat seitdem unzählige Variationen erlebt. Für «Frühstück bei Tiffany» steckt sie Givenchy in ein eng anliegendes Etwas von unglaublicher Klasse: als unbeschwertes Callgirl verführt sie alle Welt, mit der Zigarettenspitze in der Hand und der Katze über den Schultern. «Moon River», der melancholische Song des genialen Henry Mancini, gesungen von Holly in kurzen Hosen auf der Eisentreppe, ist bis heute ein Klassiker des romantischen Hollywood.

Zwei Rollen machen sie endgültig zur weltweiten Ikone. 1957 spielt sie in «Funny Face» ein junges Model, das für einen berühmten Fotografen posiert, gespielt von Fred Astaire. Beim Dreh war der Fotograf Richard Avedon als Berater dabei, der dem Film, in dem Elemente seines eigenen Lebens aufgegriffen werden, insbesondere in den Atelierszenen einen überwältigenden Stil gibt. Einen weiteren phänomenalen Erfolg sollte Audrey in einem überaus aufwändigen Musicalfilm von George Cukor erleben: «My Fair Lady» von 1964, ein Film, dessen künstlerische Leitung bei Star-Choreograph Cecil Beaton lag. Die berühmte Szene beim Pferderennen in Ascot gilt noch heute als Musterbeispiel für graphische Bildgestaltung, kompromisslose Ästhetik und Perfektionismus.

Bis heute und sicher auch noch für viele Jahre ist die Schauspielerin Vorbild für junge Nachwuchskünstler, die ihr nacheifern, ohne ihre Eleganz je zu erreichen: Natalie Portman, Wynona Ryder, Audrey Tautou… Ihre grazile Weiblichkeit, ihre leuchtende Unschuld, ihr unfehlbarer Sinn für Mode, ihre vom Tanz geprägte Bewegungen verliehen ihr unwiderstehlichen, einzigartigen Charme. Audrey Hepburn war begnadet: fragil und empfindsam, bisweilen überstrahlt von der Sonne eines unvergesslichen Lächelns.

Delphine Valloire

Frühstück bei Tiffany
Montag 16. Dezember 2013 um 13.50 Uhr
Keine Wiederholungen
(USA, 1961, 100mn)
ARTE F

Erstellt: 17-12-08
Letzte Änderung: 05-01-09