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Die ARTE DVD-Empfehlungen im Überblick

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DVD-News - 26/01/09

Arthaus Collection Asia

( Arte Bewertung: 4 )

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1. CHINESE BOX
Japan/Frankreich/USA 1997, 95 Min.
Regie: Wayne Wang
Mit Jeremy Irons, Gong Li, Maggie Cheung, Michael Hui

2. EAT DRINK MAN WOMAN
Taiwan/USA 1994, 119 Min.
Regie: Ang Lee
Mit Sihung Lung, Kuei-Mei Yang, Chien-Lien Wu, Yu-Wen Wang

3. EUREKA
Japan 2000, 208 Min.
Buch und Regie: Shinji Aoyama
Mit Koji Yakusho, Aoi Miyazaki, Masaru Miyazaki, Yohichiroh Saitoh

4. FALLEN ANGELS/ DUOLUO TIANSHI
Hongkong 1995, 92 Min.
Buch und Regie: Wong Kar-Wai
Mit Leon Lai, Takeshi Kaneshiro, Charlie Young, Kren Mok

5. PLOY
Thailand 2007, 102 Min.
Buch und Regie: Pen-ek Ratanaruang
Mit Ananda Everingham, Lalita Panyopas, Phornthip Papanai, Apinya Sakuljaroensuk

6. THREE SEASONS
Vietnam/USA 1998, 104 Min.
Regie: Tony Bui
Mit Zoë Bui, Tran Manh Cuong, Don Duong, Harvey Keitel

7. TUYAS HOCHZEIT/ TUYA DE HUN SHI
China 2006, 91 Min.
Regie: Wang Quan'an
Mit Yu Nan, Bater, Baolier, Zhaya

8. UNLOVED
Japan 2001, 113 Min.
Regie: Kunitoshi Manda
Mit Shunsuke Matsuoka, Yoko Moriguchi, Toru Nakamura

9. WHAT TIME IS IT THERE?/ NI NEIBIAN JIDIAN
Taiwan/Frankreich 2001, 110 Min.
Regie: Tsai Ming-Liang
Mit Shiang-Chyi Chen, Jean-Pierre Léaud, Kang-Sheng Lee, Yi-Ching Lu

10. YI YI
Taiwan/Japan 2000, 166 Min.
Regie: Edward Yang
Mit Wu Nianzhen, Issei Ogata, Elaine Jin, Jonathan Chang

Kritik: Die Arthaus Collection Asia vereint einige bemerkenswerte Werke asiatischer Filmemacher. Spannend wäre es, etwas über die Auswahlkriterien zu erfahren, aber da lässt sich nur spekulieren. Alle Filme sind in den letzten zehn Jahren entstanden, einige von ihnen sind amerikanische, japanische oder französische Koproduktionen. Leider ist kein einziges koreanisches Werk dabei, obwohl von dort hervorragende Filmemacher wie Kim Ki-duk oder Park Chan-wok stammen, die richtungsweisende Filme realisiert haben. Länder wie Indonesien, die Philippinen, Kambodscha oder Malaysia sind gar nicht vertreten, vielleicht weil deren Produktionen deutschen Sehgewohnheiten nicht unbedingt entsprechen.

Wie auch immer, die Auswahl ist nicht schlecht. CHINESE BOX von Wayne Wang zeigt Hongkong, kurz vor der Rückgabe der Kronkolonie an China. Ein Melodram mit einem der typischsten Briten in der Hauptrolle, den man sich vorstellen kann - Jeremy Irons. Dieser ist unsterblich in die Ex-Prostituierte Vivian (Gong Li) verliebt, und auch Maggie Cheung ist mit von der Partie.

Mit EAT DRINK MAN WOMAN feierte Ang Lee seinen Durchbruch, der Film wurde gar für den Oscar als Bester fremdsprachiger Film nominiert. Ein gutes Jahrzehnt später durfte der in Amerika lebende Erfolgsregisseur einen Oscar für sein Drama um schwule Cowboys BROKE BACK MOUNTAIN entgegen nehmen. In EAT DRINK MAN WOMAN kocht der verwitwete Chu jeden Sonntag ein aufwendiges und üppiges Mahl für seine erwachsenen Töchter. Diese Treffen sind mehr lästige Pflicht für den Nachwuchs, bis der Vater eines Tages erwähnt, dass er heiraten wird.

EUREKA des japanischen Regisseurs Shinji Aoyama feiert die Langsamkeit. Die Überlebenden einer Bus-Entführung versuchen ihrem Trauma zu entkommen. In meditativen, in Sepia getauchten, wunderschönen Bildern beschreibt er den mühevollen Weg zurück in die Normalität.

Eine der schönsten Hommagen auf die glitzernde nächtliche Neonstadt Hongkong ist FALLEN ANGELS, den Wong Kar Wai bereits 1995 gedreht hat. Ein Killer erledigt darin einige Auftragsmorde, während seine Partnerin „Agent“ die Opfer und Tatorte klar macht. „Agent“ liebt „Killer“, doch der vergnügt sich lieber mit einem anderen Girl.

In PLOY steigt ein nun in Amerika lebendes Ehepaar in einem Luxushotel in Thailand ab. Wit kann nicht schlafen und lernt an der Hotelbar das unkonventionelle Mädchen Ploy kennen. Er lädt diese ein, auf dem Sofa seiner Suite zu nächtigen. Seine Frau Dang wird daraufhin eifersüchtig, und nach Jahren reden die beiden endlich einmal über ihre Ehe. Regisseur Pen-ek Ratanaruang gelingt es mit PLOY an die schwebende, fast schlafwandlerische Atmosphäre seines genialen Films LAST LIFE IN UNIVERSE anzuknüpfen.

Fünf Menschen suchen in THREE SEASONS von Tony Bui ihr Glück in der Metropole Saigon: Der Rikschafahrer Hai spart jeden Cent für eine Nacht mit seiner Traumfrau, der Prostituierten Lan. Ein ehemaliger amerikanischer Marinesoldat ist auf der Suche nach seiner vietnamesischen Tochter, und die Lotuspflückerin Kien An inspiriert einen Dichter.

Eher konventionell erzählt der chinesische Regisseur Wang Quan'an seine Geschichte um die Hirtin Tuya in TUYAS HOCHZEIT. Diese fristet im Nordwesten der inneren Mongolei ein karges Dasein. Ihr Mann hat beide Beine bei einem Unfall verloren und kann nicht arbeiten. Es bleibt nur ein Ausweg: Sie sucht sich einen neuen Mann, der den alten mitversorgt. Das ist alles andere als einfach. Das dramatische Werk gewann den Goldenen Bären auf der Berlinale, dieser Preis war aber nicht ganz unumstritten.

UNLOVED beschreibt in ruhigen Bildern, was passiert, wenn eine Japanerin ihren eigenen Weg geht und sich nicht von den Geschlechterrollen ihrer Gesellschaft dominieren lässt. Die unauffällige Mitsuko steht zwischen zwei Männern, dem smarten Unternehmer Eiji und dem Hilfsarbeiter Hiroshi, in dem sie meint, einen Seelenverwandten gefunden zu haben. UNLOVED ist ein sehr um Form bedachter Film, der von sozialen Unterschieden und vorgefertigtem Geschlechterverhalten handelt.

Eine interessante Melange aus asiatischem Kino und Nouvelle Vague geht WHAT TIME IS IT THERE? ein. Hsia-Kang muss aus Geldnot seine Uhr verkaufen, die zwei Ziffernblätter besitzt. Die Studentin Shiang-Chyi kauft sie und nimmt sie mit nach Paris. Sie will in der Ferne immer wissen, wieviel Uhr es in ihrer Heimat ist. Weil er an sie denkt und sie vermisst, stellt Hsia-King alle Uhren auf mitteleuropäische Zeit um, was zu seltsamen Begebenheiten führt...

Ebenfalls in Taipeh ist YI YI angesiedelt, der zehnte und letzte Film der Arthaus Collection Asia. Edward Yang beschreibt darin den Mikrokosmos einer Familie in Taipeh, deren geordnetes Familienleben kräftig durcheinander gewirbelt wird. Der Familienvater trifft seine Jugendliebe wieder und gerät dadurch in eine Krise, seine Frau will nach dem Schlaganfall ihrer Mutter ihr Leben verändern, und die beiden Kinder haben auch allerlei Probleme.

Die Arthaus Collection Asia setzt interessante Akzente, auch wenn man nicht sagen kann, dass sie einen Querschnitt des asiatischen Filmschaffens des letzten Jahrzehnts präsentiert, denn dazu fehlen zu viele andere gute Werke. Leider sind auf den DVDs kaum Extra-Bonus-Tracks zu finden. PLOY ist da eine Ausnahme, immerhin gibt es hier einen kurzen Film, der einen Blick hinter die Kulissen gewährt. Es wäre aber gut gewesen, in Interviews mit den Regisseuren oder Making Ofs mehr über die einzelnen Filme zu erfahren.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 12-01-09
Letzte Änderung: 26-01-09