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ARTE KULTUR - 12/02/07

Anne Wiazemsky

Der französische Regisseur Robert Bresson entdeckte 1965 die Schauspielerin Anne Wiazemsky. Von da an stieg ihr Stern unaufhaltsam auf : Pasolini, Garrell und Jean Luc Godard arbeiteten mit ihr. Anne Wiazemsky schreibt aber auch erfolgreich. In ihrem neuesten Buch "Jeune Fille" (das Mädchen) erinnert sie sich an ihre Anfangszeit mit Robert Bresson. Er ist 64, sie 18. Sie wird seine Muse, er dreht den Film "Zum Beispiel Balthazar."

Die Reportage sehen (real video - 3mn39)

"Die Tage, die ich mit den Dreharbeiten zu "Balthazar" verbrachte, zählen auch heute noch zu den glücklichsten meines Lebens. Ich fühlte mich dort sofort heimisch, mit dem erhebenden Eindruck, meine wahre Familie gefunden zu haben, mich endlich entfalten zu können und das einzigartige Wesen zu werden, das Robert Bresson in mir zu sehen glaubte."

Anne Wiazemsky : "Schon lange hatte ich Lust, ein Buch über das Abenteuer mit ihm zu schreiben, das mir unglaublich romantisch vorkam. Aber ich dachte nicht, dass ich dazu in der Lage wäre, weil ich allzu viel preisgeben musste. Ich konnte die Geschichte nur erzählen, wenn er und ich als zwei Romanfiguren betrachtet werden. Es war nur möglich im Rahmen eines Romans: das gab mir die Freiheit, die Geschichte neu zu erfinden."

Behutsam werden Wiazemskys Erinnerungen zu einem Roman. Ganz allmählich entwickelt das aufmüpfige Mädchen ein eigenes Bewusstsein, erwacht in diesem Sommer zur Frau und schüttelt die Kindheit ab. Der eifersüchtige Filmemacher versucht, sein Modell zu bezähmen. Der Roman wirft Fragen zu seinem künstlerischem Schaffen auf. Aber es ist auch die Geschichte einer verlangenden Leidenschaft.

"Ich brauchte ihm nur zuhören und tun, was er von mir verlangte, auch wenn ich es nicht verstand. Ich musste mich willenlos ihm überlassen. Aus unerfindlichen Gründen hat mir das genau gepasst. Ich empfand sogar ein ausgesprochenes Vergnügen, ihm zu gehorchen. Später habe ich oft gehört, das sei eine mühselige und abstoßende Erfahrung gewesen, unter der viele gelitten hätten. Bei mir war das nie der Fall."

Anne Wiazemsky : "Manches habe ich inzwischen verstanden. Ich glaube aber, Robert Bresson bleibt für immer ein zutiefst rätselhaftes Wesen."
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Buch
"Jeune Fille" von Anne Wiazemsky
bei Verlag Gallimard.

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ARTE Kultur
Februar 2007

Erstellt: 12-02-07
Letzte Änderung: 12-02-07