ZUR ERRINNERUNG...
Am 7. Oktober 2006 wurde Anna Politkowskaja im Aufzug ihres Wohnhauses in Moskau aus nächster Nähe erschossen - am Geburtstag des damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dieser bezeichnete die Ermordung als „unbedeutend“. Das Verbrechen rief sofort weltweite Empörung hervor, denn die russische Journalistin und Mutter von zwei Kindern (Vera und Ilja) war für ihren Mut und ihr journalistisches Engagement bekannt und mehrfach ausgezeichnet worden.
Anna Politkowskaja wurde am 30. August 1958 in New York als Tochter eines Ehepaares geboren, das im diplomatischen Dienst der UdSSR bei den Vereinten Nationen arbeitete. Nach dem Journalistikstudium ging sie zuerst zur „Iswestija“, dann zu der unabhängigen und regimekritischen Moskauer Tageszeitung „Nowaja Gazjeta“. Anna Politkowskaja berichtete – als eine der wenigen ihrer Berufskollegen - über den Tschetschenienkrieg und deckte in ihren Reportagen und Analysen kontinuierlich die dort begangenen Gräueltaten auf. 2001 wurde sie einige Tage von russischem Militär in Südtschetschenien gefangen gehalten. Sie floh nach Österreich, da sie Morddrohungen erhalten hatte. Bei dem Geiseldrama im Moskauer Dubrowka-Musicaltheater (2002) nahm sie als Vermittlerin an den Verhandlungen teil. 2004 kam sie in Rostow noch einmal mit dem Leben davon, nachdem sie im Flugzeug auf dem Weg zur Berichterstattung über das Geiseldrama im nordossetischen Beslan vergifteten Tee getrunken hatte. Anna Politkowskaja hat mehrere Bücher verfasst, das letzte, „Russisches Tagebuch“ (Köln, DuMont 2007), ist eine Art Anklageschrift gegen das Putin-Regime.
2007 wurden vier Verdächtige festgenommen und des Mordes an Politkowskaja angeklagt: die tschetschenischen Brüder Machmudow, der ehemalige Polizist Sergej Chadschikurbanow und der ehemalige Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB (ehemaliger KGB) Pawel Rjaguzow. Am 19. Februar sprach sie das Moskauer Militärgericht jedoch aus Mangel an Beweisen frei. Politkowskajas Familie legte keine Berufung ein. Der mutmaßliche Täter, Rustam, ein dritter Machmudow-Bruder, ist immer noch flüchtig. Motiv und Identität des oder der Auftraggeber sind nie festgestellt worden. Doch vieles weist auf einen Hintermann hin: Raman Kadyrow, den jungen Präsidenten des „normalisierten“ Tschetschenien, auf den Politkowskajas Nachforschungen abzielten. Am 20. Februar 2009 beantragte ein russischer Richter die Wiederaufnahme der Ermittlungen.
Noch immer setzen russische Journalisten ihr Leben aufs Spiel, um entgegen der offiziellen Propaganda die wahren Zustände in Russland publik zu machen. Und am 19. Januar 2009 wurde im Moskauer Stadtzentrum Anna Politkowskajas ehemaliger Verteidiger ermordet, der Menschenrechtsanwalt und Tschetschenienspezialist Stanislas Markelow. Mit ihm zusammen starb die junge Journalistin Anastassja Baburowa, die wie Politkowskaja bei der Nowaja Gasjeta gearbeitet hatte.
Dienstag, 5. Mai 2009
| 01:05 |
per E-Mail verschicken
Meine Wiederholung
Sie wusste zuvielDie Französin Claire lebt gemeinsam mit ihrem Freund, dem russischen Journalisten Andreï Karpov, in Paris. Nach dem Mord an seiner Kollegin Anna Politkowskaja macht er sich nach Russland auf, um die Hintergründe der Ermordung zu recherchieren... |
|
DETAILS
Dossier
|
|
Dienstag, 5. Mai 2009 um 01.05 UhrWiederholungen:
Die Französin Claire lebt gemeinsam mit ihrem Freund, dem russischen Journalisten Andreï Karpov, in Paris. Nach dem Mord an seiner Kollegin Anna Politkowskaja macht er sich nach Russland auf, um die Hintergründe der Ermordung zu recherchieren. Als Claire ihren Freund tagelang nicht erreichen kann, reist sie ihm mit einer unerträglichen Angst im Bauch hinterher. Auf der Suche nach Andreï bringt sie ihr eigenes Leben in Gefahr ... Fernsehfilm über den Mord an der regierungskritischen russischen Journalistin Anna Politkowskaja. Der russische Journalist Andreï Karpov lebt seit einigen Jahren mit seiner französischen Freundin, der Lehrerin Claire, in Paris im Exil. Als er von der Ermordung seiner russischen Journalistenkollegin Anna Politkowskaja erfährt, reist er umgehend nach Moskau, um auf deren Beerdigung zu gehen und im Anschluss daran vor Ort über die Hintergründe ihres Todes zu recherchieren. "Sie wusste zuviel" führt auf eindringliche Weise an die Korruption und die brutalen, undurchsichtigen Machenschaften in Russland und Tschetschenien heran. Olivier Langlois gelingt es, fühlbar zu machen, was es bedeutet, dort, wo die Pressefreiheit unterbunden wird, als Journalist für die Wahrheit zu kämpfen. Den Rahmen für die Geschichte von Andreï und Claire bildet der weltweit bekanntgewordene Mordfall an der kremlkritischen Journalistin und Aktivistin für Menschenrechte, Anna Politkowskaja, die im Oktober 2006 in Moskau erschossen wurde. |
|






per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS

