Schriftgröße: + -
Home > > > Anna Politkovskaïa

Freitag, 24. April 2009 um 21.00 Uhr - 20/04/09

Anna Politkovskaïa

Der Mord an Anna Politkowskaja war der 21. Journalistenmord seit dem Jahr 2000, als Wladimir Putin zum russischen Staatspräsidenten gewählt wurde.

ZUR ERRINNERUNG...

Am 7. Oktober 2006 wurde Anna Politkowskaja im Aufzug ihres Wohnhauses in Moskau aus nächster Nähe erschossen - am Geburtstag des damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dieser bezeichnete die Ermordung als „unbedeutend“. Das Verbrechen rief sofort weltweite Empörung hervor, denn die russische Journalistin und Mutter von zwei Kindern (Vera und Ilja) war für ihren Mut und ihr journalistisches Engagement bekannt und mehrfach ausgezeichnet worden.
Anna Politkowskaja wurde am 30. August 1958 in New York als Tochter eines Ehepaares geboren, das im diplomatischen Dienst der UdSSR bei den Vereinten Nationen arbeitete. Nach dem Journalistikstudium ging sie zuerst zur „Iswestija“, dann zu der unabhängigen und regimekritischen Moskauer Tageszeitung „Nowaja Gazjeta“. Anna Politkowskaja berichtete – als eine der wenigen ihrer Berufskollegen - über den Tschetschenienkrieg und deckte in ihren Reportagen und Analysen kontinuierlich die dort begangenen Gräueltaten auf. 2001 wurde sie einige Tage von russischem Militär in Südtschetschenien gefangen gehalten. Sie floh nach Österreich, da sie Morddrohungen erhalten hatte. Bei dem Geiseldrama im Moskauer Dubrowka-Musicaltheater (2002) nahm sie als Vermittlerin an den Verhandlungen teil. 2004 kam sie in Rostow noch einmal mit dem Leben davon, nachdem sie im Flugzeug auf dem Weg zur Berichterstattung über das Geiseldrama im nordossetischen Beslan vergifteten Tee getrunken hatte. Anna Politkowskaja hat mehrere Bücher verfasst, das letzte, „Russisches Tagebuch“ (Köln, DuMont 2007), ist eine Art Anklageschrift gegen das Putin-Regime.
2007 wurden vier Verdächtige festgenommen und des Mordes an Politkowskaja angeklagt: die tschetschenischen Brüder Machmudow, der ehemalige Polizist Sergej Chadschikurbanow und der ehemalige Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB (ehemaliger KGB) Pawel Rjaguzow. Am 19. Februar sprach sie das Moskauer Militärgericht jedoch aus Mangel an Beweisen frei. Politkowskajas Familie legte keine Berufung ein. Der mutmaßliche Täter, Rustam, ein dritter Machmudow-Bruder, ist immer noch flüchtig. Motiv und Identität des oder der Auftraggeber sind nie festgestellt worden. Doch vieles weist auf einen Hintermann hin: Raman Kadyrow, den jungen Präsidenten des „normalisierten“ Tschetschenien, auf den Politkowskajas Nachforschungen abzielten. Am 20. Februar 2009 beantragte ein russischer Richter die Wiederaufnahme der Ermittlungen.
Noch immer setzen russische Journalisten ihr Leben aufs Spiel, um entgegen der offiziellen Propaganda die wahren Zustände in Russland publik zu machen. Und am 19. Januar 2009 wurde im Moskauer Stadtzentrum Anna Politkowskajas ehemaliger Verteidiger ermordet, der Menschenrechtsanwalt und Tschetschenienspezialist Stanislas Markelow. Mit ihm zusammen starb die junge Journalistin Anastassja Baburowa, die wie Politkowskaja bei der Nowaja Gasjeta gearbeitet hatte.

Dienstag, 5. Mai 2009

01:05
per E-Mail verschicken
per E-Mail verschicken
Meine Wiederholung
Meine Wiederholung

Sie wusste zuviel

Die Französin Claire lebt gemeinsam mit ihrem Freund, dem russischen Journalisten Andreï Karpov, in Paris. Nach dem Mord an seiner Kollegin Anna Politkowskaja macht er sich nach Russland auf, um die Hintergründe der Ermordung zu recherchieren...

DETAILS
Dossier
Schließen

"Gelobtes Land" erzählt die Geschichte der 18-jährigen Londonerin Erin, die zum ersten Mal nach Israel kommt, und ihres Großvaters Len, der in den 1940er-Jahren als Soldat der britischen Mandatsmacht in Palästina stationiert war.

Zum Dossier Gelobtes Land

Dienstag, 5. Mai 2009 um 01.05 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Sie wusste zuviel
(Frankreich, 2008, 90mn)
ARTE F
Regie: Olivier Langlois
Kamera: Nedyalko Zelenov
Musik: Eric Neveux
Schnitt: Aurique Delannoy
Darsteller: Angel Georgiev, Kitodar Todorov, Mélanie Doutey, Nino Kirtazé, Pawel Delag, Silvia Lulcheva, Stoyan Aleksiev
Autor: Didier Lacoste, Pauline Rocafull
Ausstattung: Prolet Gueorguieva
Produktion: ARTE France, France 2, Raspail Production
Produzent: Quentin Raspail
Redaktion: François Sauvagnargues, Jean Bigot

Fassung für  Hörbehinderte Stereo 16:9 (Breitbildformat) Zweikanalton Nativ HD

Die Französin Claire lebt gemeinsam mit ihrem Freund, dem russischen Journalisten Andreï Karpov, in Paris. Nach dem Mord an seiner Kollegin Anna Politkowskaja macht er sich nach Russland auf, um die Hintergründe der Ermordung zu recherchieren. Als Claire ihren Freund tagelang nicht erreichen kann, reist sie ihm mit einer unerträglichen Angst im Bauch hinterher. Auf der Suche nach Andreï bringt sie ihr eigenes Leben in Gefahr ... Fernsehfilm über den Mord an der regierungskritischen russischen Journalistin Anna Politkowskaja.

Der russische Journalist Andreï Karpov lebt seit einigen Jahren mit seiner französischen Freundin, der Lehrerin Claire, in Paris im Exil. Als er von der Ermordung seiner russischen Journalistenkollegin Anna Politkowskaja erfährt, reist er umgehend nach Moskau, um auf deren Beerdigung zu gehen und im Anschluss daran vor Ort über die Hintergründe ihres Todes zu recherchieren.
Als Claire tagelang kein Lebenszeichen von Andreï erhält, macht sie sich angsterfüllt auf die Suche nach ihm. Ihre Nachforschungen führen sie zunächst nach Moskau, wo sie sich mit düsteren Geschäften, prekären Situationen und korrupten Menschen konfrontiert sieht. Doch trifft sie dort auch auf helfende und sich solidarisch zeigende Wegbegleiter Andreïs aus dessen Vergangenheit in Russland.
Im Verborgenen wird sie, die kein Wort Russisch spricht, nach Tschetschenien geschmuggelt, um ihre verzweifelte Suche fortzusetzen. Immer weiter wird Claire in den Strudel hineingezogen, der um die Aufdeckung des Mordes an Anna Politkowskaja kreist. Am eigenen Leib muss sie erfahren, dass das Leben an einem seidenen Faden hängt, wenn man versucht, auf diesem konfliktgeladenen Terrain Licht in die korrupten Machenschaften und düsteren Geschäfte zu bringen.

"Sie wusste zuviel" führt auf eindringliche Weise an die Korruption und die brutalen, undurchsichtigen Machenschaften in Russland und Tschetschenien heran. Olivier Langlois gelingt es, fühlbar zu machen, was es bedeutet, dort, wo die Pressefreiheit unterbunden wird, als Journalist für die Wahrheit zu kämpfen. Den Rahmen für die Geschichte von Andreï und Claire bildet der weltweit bekanntgewordene Mordfall an der kremlkritischen Journalistin und Aktivistin für Menschenrechte, Anna Politkowskaja, die im Oktober 2006 in Moskau erschossen wurde.
Als Journalistin und Autorin berichtete Politkowskaja vor allem vom Tschetschenienkrieg und prangerte öffentlich die Verbrechen der russischen Armee und die Korruption im Land an. Wie nur wenige berichtete sie explizit der offiziellen Darstellung widersprechend und belastete dabei den Putin-Verbündeten und späteren tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow. Seit Ende der 90er Jahre war sie Mitarbeiterin der oppositionellen unabhängigen Moskauer Tageszeitung "Nowaja Gaseta" und wurde für ihre journalistischen Verdienste mehrfach mit Journalistenpreisen geehrt.
Bis heute ist nicht geklärt, wer die Hintermänner des Mordes waren. Wladimir Putin hatte eine internationale Untersuchungskommission verweigert. Im Februar 2009 wurden drei wegen Beihilfe zum Mord Angeklagte aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Der Mord an Politkowskaja, die nach Putins Amtsantritt 2000 bereits die 21. ermordete Journalistin war, steht symbolisch für die Unterdrückung der Pressefreiheit in Russland.
Olivier Langlois ist seit Mitte der 80er Jahre als Regisseur und Drehbuchautor tätig. Nach mehreren preisgekrönten Kurzfilmen war 1987 mit "Jaune revolver" zum ersten Mal ein Werk von ihm auf der Leinwand zu sehen. In Frankreich wurde er dem Fernsehpublikum mit Serien wie "Julie, bientôt 12 ans et demi" (1994) und "Chercheur d'héritiers" (1998) bekannt. 2000 folgte in Koproduktion mit ARTE die Episode "Bauernopfer" der sechsteiligen Fernsehfilmreihe "Familiengeschichten".
Mélanie Doutey, Tochter der Schauspieler Arielle Séménoff und Alain Doutey, hatte ihre erste Rolle in einem Kinofilm 1998 in "Les Gens qui s'aiment" (Regie: Jean-Charles Tacchella). 2003 wurde sie für die Besetzung von "Die Blume des Bösen" von Claude Chabrol ausgewählt. Bereits zweimal - 2002 und 2006 - wurde sie als beste Nachwuchsdarstellerin für den César nominiert. 2003 erhielt sie für ihre Rolle als Guillemette in "Le Frère du guerrier" (Regie: Pierre Jolivet) den Preis für die beste Nachwuchsdarstellerin beim Festival von Cabourg.

Mehr Infos


Erstellt: 04-09-08
Letzte Änderung: 20-04-09