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Kino auf ARTE - 15/05/12

Alles über meine Mutter

(Todo sobre mi madre)
Spielfilm, Spanien, Frankreich, 1999, ARTE F, 97 Min., Regie: Pedro Almodóvar, Drehbuch: Pedro Almodóvar, Kamera: Affonso Beato, Musik: Alberto Iglesias, Schnitt: José Salcedo, Produktion: El Deseo S.A., Renn, France 2 Cinéma, Produzent: Agustín Almodóvar
Mit: Cecilia Roth (Manuela Coleman Echevarría), Marisa Paredes (Huma Rojo), Candela Peña (Nina Cruz), Antonia San Juan (La Agrado), Penélope Cruz (Schwester Rosa), Rosa María Sardá (Rosas Mutter), Fernando Fernán Gómez (Rosas Vater), Eloy Azorín (Esteban Coleman Echevarría), Toni Cantó (Lola)

Esteban wächst allein mit seiner Mutter Manuela auf. Die behauptet, Estebans Vater sei tot, doch der junge Mann glaubt ihr nicht - zu Recht, wie sich später herausstellt. Als Esteban durch einen tragischen Autounfall an seinem 17. Geburtstag stirbt, stellt sich Manuela ihrer Vergangenheit: Sie fährt nach Barcelona, um die transsexuelle Lola zu finden, Estebans Vater.



Krankenschwester Manuela will ihrem Sohn Esteban an seinem 17. Geburtstag endlich sagen, wer sein Vater ist. Zur Feier des Tages gehen die beiden in das Theaterstück "Endstation Sehnsucht". Als Esteban nach der Vorstellung der Diva Huma Rojo nachläuft, wird er von einem Auto überfahren und stirbt. Die von Kummer überwältigte Manuela verlässt Madrid, um in Barcelona Estebans Vater zu suchen, den sie einst schwanger verließ, als er zur transsexuellen Lola wurde und auf den Straßenstrich ging. Ebendort trifft sie auf ihre alte Freundin, die Prostituierte Agrado. Die herzliche und exzentrische Transsexuelle bringt Manuela zu der jungen Nonne Rosa, die auch ein Kind von Lola erwartet.
Manuelas Reise nach Barcelona wird zu einer Konfrontation mit ihrer eigenen, verdrängten Vergangenheit. Um die Leere, die Estebans Tod hinterlässt, zu füllen, wird sie Garderobiere der Diva Huma Rojo, Estebans Idol, um so ihrem toten Sohn ein wenig näher zu sein. Schließlich trifft Manuela auf Lola - und enthüllt, was sie ihr 17 Jahre lang verschwiegen hat.

Pedro Almodóvar, einstiges Enfant terrible des spanischen Films, inszeniert diese verschlungene Geschichte sowohl als Humoreske als auch als Drama und verknüpft ohne Scheu Zitate aus. Hollywood-Dramen wie "All About Eve" (1950) mit beiläufigen sexuellen Tabubrüchen. Aus abgründigen Ereignissen schürft er dabei eine emotionale Wahrheit und Tiefe, die einen zugleich lachen und weinen lässt. Auch dieser warmherzig-exzentrische Film feiert Almodóvars Lieblingsschauspielerinnen - die brillanten Charakterdarstellerinnen Cecilia Roth, Marisa Paredes und Penélope Cruz - und ist einmal mehr eine Hymne an das Leben und die Liebe, vor allem aber an die Stärke der Frauen. Und nicht zuletzt ist diese Tragikomödie eine Hommage an die Freiheit, an die Toleranz, an die wunderbare Vielfalt der Identitäten.
Obwohl - oder vielleicht gerade weil - sich Kultregisseur Almodóvar immer wieder mit schwierigen und skandalträchtigen Inhalten beschäftigt, könnte sein Erfolg nicht größer sein. In Los Angelos erhält "Alles über meine Mutter" den Oscar für den besten ausländischen Film, in Cannes wird er für die Goldene Palme nominiert.

Alles über meine Mutter
Freitag 1. Juni 2012 um 14.50 Uhr
Keine Wiederholungen
(Spanien, Frankreich, 1999, 97mn)
ARTE F

Erstellt: 10-05-12
Letzte Änderung: 15-05-12