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Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 15. Dezember 2005 - 11/08/08

Alles ist erleuchtet

Ein Film von Liev Schreiber


Schräges Roadmovie
quer durch die Ukraine

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Synopsis: Der in Amerika geborene Jonathan Safran Foer - Autor und Sammler - ist auf der Suche nach den Wurzeln seiner jüdischen Vergangenheit. Mit Hilfe eines alten Fotos und einer Landkarte will er den Ort Trachimbrod in der Ukraine ausfindig machen. Dies wird schwerer als gedacht, denn seine Fremdenführer können kaum englisch, und Trachimbrod scheint unauffindbar zu sein...

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Kritik: Liev Schreibers Filmdebüt beginnt mit einer Großaufnahme des Gesichts von Elijah Wood, das hinter riesigen schwarzen Brillenrändern halb verborgen bleibt. Die optischen Gläser eines Weitsichtigen vergrößern seine Augen unansehnlich. Elijah Wood, der junge Star aus der HERR DER RINGE- Verfilmung spielt Jonathan Safran Foer, einen schrulligen Autor und Sammler. Er sammelt alles, was mit ihm und seiner Herkunft zu tun hat, etwa das Gebiss seiner Großmutter, das er säuberlich in eine kleine Plastiktüte legt und an die Wand zu Dutzenden ähnlicher Devotionalien heftet. Nach dem Tod seiner Großmutter begibt sich der junge Sammler in die Ukraine um dort nach seinen jüdischen Wurzeln zu forschen. Die merkwürdige Reiseagentur, die laut Eigenwerbung „jüdische Kultur in der Ukraine ausfindig macht“ besteht aus einem halb blinden Großvater, der das klapprige Auto fährt, seinem Enkel, dem selbst ernannten Dolmetscher, und einem alten Hund, der T-Shirts trägt. Jonathan Safran Foer hat Angst vor Hunden und ist Vegetarier - das sind zwei denkbar schlechte Voraussetzungen für seine Forschungsreise...

Everything Is Illuminated ist die erste Regiearbeit von Liev Schreiber, der bisher vor allem als Schauspieler bekannt wurde. Zuletzt war er als manipulierter Sohn in The Manchurian Candidate zu sehen. Für sein Regiedebüt hat er sich keinen leichten Einstieg gesucht. Jonathan Safran Foers gleichnamiger Erstlingsroman wurde wegen seiner Stilvielfalt und wegen seines komplexen Inhalts hoch gelobt – nur ist der Roman so gut wie unverfilmbar. Klugerweise hat sich Liev Schreiber auf einige Aspekte des Werks beschränkt, und daraus ein skurriles Roadmovie erschaffen. Zu Beginn wirken die einzelnen Figuren zu überzeichnet, vor allem Alex, der Enkel des „blinden“ Chauffeurs, der einer TV-Comedy entsprungen sein könnte. Doch je weiter sich das merkwürdige Gespann durch die Ukraine schlägt umso mehr entwickeln sich die einzelnen Figuren zu gut gezeichneten Charakteren.

Erwähnenswert ist auch die liebevolle Ausstattung, die besonders dann zum Tragen kommt, wenn Jonathan Safran Foer „Trachimbrod“ findet. Die sympathische alte weishaarige Frau dort ist mit ihm mehr als geistesverwandt. Deren Sammlung – nach Themen geordnet – umfasst mehrere hundert Kartons und Kästchen.

Liev Schreiber lässt in seinem Film zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander prallen und sorgt dafür, dass diese eine ungewöhnliche Möglichkeit finden, miteinander zu kommunizieren. Zuletzt haben die Großväter von Jonathan Safran Foer und dem überdrehten „Dolmetscher“ Alex mehr gemein, als ihnen zu Beginn lieb ist. Everything Is Illuminated baut auf Kontraste: So wie der Kameramann einerseits Bilder maroder ukrainischer Industrieanlagen einfängt, so zeigt er auch ein wunderschönes Sonnenblumenfeld, das bis zum Himmel reicht (eine schöne Analogie für die ukrainische Nationalflagge). Everything Is Illuminated beginnt zwar überzogen wie ein schlecht geratener Kusturica-Verschnitt, endet aber in einer ernsthaften und gleichzeitig gefühlvollen Auseinandersetzung mit den Folgen des Holocaust.

Nana A.T. Rebhan


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Alles ist erleuchtet
(Everything Is Illuminated)
USA 2005, 104 Min.
Regie: Liev Schreiber
Mit Elijah Wood, Eugene Hutz, Boris Leskin

Erstellt: 13-12-05
Letzte Änderung: 11-08-08