Schriftgröße: + -
Home > Kultur entdecken > Tracks

Tracks

Tracks, das Magazin für Popkultur ! Themenvorschau und Archiv, Bonusmaterial und Links zu den Themen der Sendungen.

> 20050203 > African dope records

Tracks

Tracks, das Magazin für Popkultur ! Themenvorschau und Archiv, Bonusmaterial und Links zu den Themen der Sendungen.

Tracks

09.06.2005 - 23.35 : tracks - 08/06/05

African dope records

Zehn Jahre nach der Apartheid ist die Situation immer noch gespannt in Südafrika. Die Rassentrennung im Alltag funktioniert heute durch Geld. Diese Kluft zu überwinden ist Ziel eines kleinen Kapstädter Labels. Unter dem Dach von African Dope Records versammeln sich Künstler, die sonst nicht zusammenkommen würden.

Weitere Artikel zum Thema

Fletchers aktuelles Projekt ist African Dope Soundsystem. Er arbeitet mit mehreren MC´s aus dem schwarzen Ghetto Guguleto. African Dope besorgte ihnen schon vor einigen Jahren Sound Software für einfache Computer. So lernten sie auch mit den "low tech" Mitteln im Ghetto ihre Beats selber zu basteln. - "Rhyms" für den "Rythm" zu finden, war dahingegen noch nie ein Problem. - Freestylen war hier schon immer Alltagsbeschäftigung. 
Fletcher: „In der Apartheid gab‘s weiße Musik für Weiße und schwarze Musik für Schwarze. Gute schwarze Musik war immer schon hier in den Townships. Also war es für junge weiße Südafrikaner was neues, schwarze Musik zu hören.“
Die Politik des Apartheid Regimes war, die Schwarze Mehrheit gegen die so genannten "Coloreds" aufzuhetzen. Die Coloreds sind Mischlinge mit asiatischen, afrikanischen und europäischen Wurzeln. Während der Apartheid wurden sie bevorzugt. Eine Strategie, die noch heute nachwirkt. 
Shameema Williams, Godessa: „Die "Coloreds" sind eine gemischte Ethnische Gruppe. Man könnte sie mit der Gruppe der Latinos in Amerika vergleichen, die sind in einer ähnlichen sozialen Situation.“
Für die 3 Frauen von Godessa sind viele politische Themen im neuen Südafrika Material für ihre Texte: Ob AIDS oder der negative Einfluss der Medien, Themen gibt es genug. Hip Hopperin zu sein ist in Südafrika eine zusätzliche Herausforderung. 
E. J.; Godessa: „Frauen sind generell stärker an den Rand gedrückt, so auch im Hip-Hop. Deshalb ist die Szene von Männern dominiert. Frauen müssen echt kämpfen, um weiter zu kommen. Als Frau ist es schwierig, in Südafrika einen Durchbruch zu schaffen, vielleicht im Hip-Hop überhaupt.“ 
Nicht leicht für weiße junge Künstler. Sie suchen im schwarz dominierten Südafrika nach einer neuen, unbelasteten Identität. Selbst wenn dafür Tabus gebrochen werden: Im Video ihres Hits "Super Evil Me" spielt Sybot mit seinem schwarzen Adoptivbruder die Vergangenheit als Straßenkampf nach. Ihre Kompromisslosigkeit erregte auch in Europa Aufsehen.  
Fletcher: „Unser Ziel ist, mit African Dope Records den Kolonialismus umzukehren. Die Erste Welt hat immer Rohstoffe aus Afrika genommen, sie veredelt und sie uns dann sehr teuer wiederverkauft. Wir nehmen die Technik der Ersten Welt, produzieren hier in Afrika und verkaufen zurück an die Erste Welt - und das wirklich teuer!“

.............................................


Album
Social Ills maxi CD von Godessa
bei African Dope Records

Godessa hat ein eigenes Label gegründet. Auf „High Voltage“ veröffentlichen mittlerweile auch andere Künstler wie Teba.
>> Video von "Social ills" von Godessa
>> Ein Artikel (auf Eglisch) über Godessa

Link
Auf Englisch
>> Offizielle Website von African dope records






......................................................................
TRACKS
Donnerstag, den 09. Juni um 23.35 Uhr
Wiederholung am Samstag, den 11. Juni um 17.50 Uhr
Redaktion: Bayerischer Rundfunk
.......................................................................

Erstellt: 08-06-05
Letzte Änderung: 08-06-05


+ aus Kultur entdecken