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08.12.04 UM 20.00 / ARTE KULTUR - 09/12/04

ARTE Kultur Spezial mit Studiogast Isabelle Huppert

Die Entscheidung der Nobelpreisjury Anfang Oktober 2004 rief leidenschaftliche Reaktionen aus: die umstrittenste Schriftstellerin der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur erhält den bedeutendsten Literaturpreis der Welt, die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek wird am 10. Dezember zur Literaturpreisträgerin 2004 gekührt.

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Die stets auffällig geschminkt und gekleidete Elfriede Jelinek leidet an einer selbstdiagnostizierten Lebensferne und an zahlreichen Nevrosen, Interviews mit den Medien sind ihr ein Greuel.
Daher ist nicht Elfriede Jelinek Studiogast bei ARTE Kultur, sondern die faszinierende Schauspielerin Isabelle Huppert. Sie inkarniert auf der Leinwand eine der gelungensten literarischen Kreaturen der Elfriede Jelinek, die Erika Kohut aus der "Klavierspielerin" von Michael Haneke nach dem gleichnamigen Roman von Jelinek.


  • Annette Gerlach im Gespräch mit Isabelle Huppert
Fühlt sich Isabelle Huppert der Menschenscheu der Elfriede Jelinek ein bisschen seelenverwandt? Wann hat sie die eigenwillige Persönlichkeit Elfriede Jelinek zum ersten Mal persönlich kennengelernt? Wie hat sie reagiert als sie erfuhr, dass Elfriede Jelinek den Literaturpreis erhalten soll? Wie hat sie sich auf die Rolle der Erika Kohut in der "Kalvierspielerin" vorbereitet?


  • Elfriede Jelinek - Porträt

Elfriede Jelinek wird den Nobelpreis nicht persönlich in Empfang nehmen, sondern sie hat ihre Dankesrede auf Video voraufgezeichnet. Kurz-Porträt einer komplexen Persönlickeit.

Ikonoklastisch, radikal und besessen: So wird Elfriede Jelinek gern zusammenfassend beschrieben. Geboren wurde sie 1946 in der Steiermark, ihr Vater, ein Sozialist, war tschechisch-jüdischer, ihre katholische Mutter deutsch-rumänischer Herkunft - und sehr autoritär. Eine solche Abstammung prägt. Doch auch Österreich prägt sie, im negativen Sinn. Sie hasst das Land wegen seines nazistischen Nachlasses und seiner verdrängten Vergangenheit: für sie ist es ein Land der Kannibalen.

Sie ist eine umstrittene Autorin, fast jedes ihrer Werke löst heftige Kritik aus. Sieben Romane hat sie geschrieben, dazu zahlreiche Theaterstücke und Hörspiele. Beherrschende Themen sind die weibliche Sexualität und die Gesellschaft. Sie ist politisch engagiert und von 1974 bis 1991 Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Immer kämpft sie gegen Rechtsextreme, vor allem gegen die Partei von Jörg Haider.

Zentrales Thema in ihren Texten ist häufig die sexuelle Domination, die sie in komplizierten Beziehungsgeflechten darstellt. Wie in der "Klavierspielerin", ihrem berühmtesten Roman, in dem es um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung und die masochistische Beziehung zwischen der Tochter und ihrem Liebhaber geht.

Doch diese "rote Pornographin", wie ihre Kritiker sie nennen, erwartet nicht, dass der Nobelpreis Änderungen bringen wird. Elfriede Jelinek ist eine entschlossene, mutige Frau, deren Humor oft falsch verstanden wird.

Porträt von Lionel Jullien

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Isabelle Huppert - Biographie et Filmographie

Isabelle Anne Huppert wird am 16. März 1953 in Paris als Tochter eines Unternehmers und einer Englischlehrerin geboren. Noch während der Schulzeit am Pariser Lycée de Saint-Cloud belegt sie in Versailles Schauspielkurse.Sie arbeitet an der "Buttess Chaumont" als Statistin, besucht die Schauspielschule im Centre de la Rue Blanche und ab 1972 das Pariser Konservatorium. 1971 debütiert sie mit Miniaturen im Film. "Faustine ou le bel été" von Nina Companeez neben Isabelle Adjani ist ihr Kinodebüt, davor hat sie schon in der Fernsehfolge "Proust" (1971) mitgewirkt. Dann folgen "Le bar de la fourche" 1972) von Alain Levent, "César und Rosalie" (1972) von Claude Sautet, ein Film in dem sie die kleine Schwester der Rosalie alias Romy Schneider spielt, sowie Bertrand Bliers "Die Ausgebufften" (1973, mit Gérard Depardieu, Miou-Miou, Patrick Dewaere, 1973) und 1974 eine kleine Rolle in Otto Premingers "Unternehmen Rosebud". 1976 steht Isabelle Huppert zum ersten Mal unter der Regie von Bertrand Tavernier in der "Der Richter und der Mörder" vor der Kamera, ein Jahr später kommt der Film, der sie international berühmt macht: Claude Gorettas "Die Spitzenklöpplerin.

Der Einfluss von Chabrol
In der Folge bringt ihr vor allem die Zusammenarbeit mit Claude Chabrol großes Lob ein, z.B. 1978 in "Violette Nozière". Mit Chabrol interpriert sie viele Rollen, die ihr besonderes Merkmal bekommen. 1988 als Engelmacherin Marie Latour in "Eine Frauensache", 1995 in dem Psychothriller "La Cérémonie" oder 1997 an der Seite von Michel Serrault in "Rien ne va plus - Das Leben ist ein Spiel". Wiederholt arbeitet Isabelle Huppert aber auch in Hollywood: 1980 steht sie in Michael Ciminos Western "Heavens Gate" vor der Kamera, 1981 in Mauro Bologninis "Kameliendame". Zu den zahlreichen Preisen, mit denen sie ausgezeichnet wurde, gehören mehrere César, zweil Mal der Prix d'interprétation von Cannes, der Darstellerpreis des Filmfestivals von Venedig und der Bundesfilmpreis in Gold. Ihre letzte Hauptrolle ist die Klavierspielerin von Michael Haneke. Huppert hat in diesem Film eine sadomasochistische Beziehung mit ihrer Mutter und ein durch Unverständnis und Intoleranz geprägtes Verhältnis mit ihrem Schüler Walter (Benoît Magimel). Es ist das zweites Mal, dass Huppert eine von Elfriede Jelinek geschriebene Rolle spielt. In 1990 spielt sie in Werner Schroeters Verfilmung des Romans "Malina" von Ingeborg Bachmann die Hauptrolle und figuriert erstmals auch in einem deutschen Film, dessen Drehbuch von Jelinek geschrieben wurde.

(Quelle : Kulturweltspiegel)


  • Isabelle Huppert im Kino:
Les Soeurs fâchées
von Alexandra Leclère
Mit Isabelle Huppert, Catherine Frot, François Berléand
Frankreich 2004; Komödie; 93 Min.
Kinostart in Frankreich : 22. Dezember 2004


  • Isabelle Huppert im Theater:
Hedda Gabler
vom 13. Januar bis 5. März 2005
Odéon - Théâtre de l'Europe
Grande Salle
Publikumseingang : 20m nach der Nummer 8 boulevard Berthier
75017 Paris
>> Website des Odéon


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ARTE Kultur
Von Montag bis Samstag um 20.00

Erstellt: 07-12-04
Letzte Änderung: 09-12-04