Cannes 2005 - Außer Konkurrenz - 15/05/05
A bitter sweet life
Ein Film von Kim Jee-Woon
Liebe kann
tödlich sein
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Südkorea 2005, 118 Min.
Mit Byung-hun Lee, Young-chul Kim, Min-a Shin, Jung-min Hwang, Roeha Kim
Synopsis: Sunwoo ist die rechte Hand des Unterweltkönigs Kang. Kang vertraut ihm eine sehr persönliche Mission an. Er soll während seiner Abwesenheit dessen junge Freundin Heesoo im Auge behalten, denn er verdächtigt sie, ihn zu betrügen. Als Sunwoo Heesoo in Flagranti ertappt, will er sie erschießen, aber etwas hindert ihn daran. Dies hat fatale Folgen für ihn.
Kritik: Gerne hätten wir mehr über Sunwoos Innenleben gewusst. Der Mann, der sonst tadellos funktioniert, dessen Hände zum Mordwerkzeug werden, wenn Kang es befiehlt, dieser Mann versagt im entscheidenden Moment. Er erwischt Heesoo in Flagranti mit einem jungen Liebhaber. Er hat von seinem Boss den Auftrag bekommen, in einem solchen Fall beide zu erschiessen. Doch er kann nicht, und durch die Grossaufnahmen, die seine erste Begegnung mit Heesoo zeigen, wissen wir auch warum er versagt. Er hat sich zum ersten Mal in seinem Leben verliebt. Geschickt zeigt der südkoreanische Regisseur Kim Jee-Woon erst eine Grossaufnahme der High Heels mit denen Heesoo nach Hause kommt, dann ihre langen schwarzen Haare ohne ihr Gesicht zu zeigen, dann ihre filigranen Hände, die ein Geschenk Kangs öffnen. Einmal gehen sie zusammen essen, bevor Heesoo zu ihrer Musikprobe geht. Ihre Blicke wird er nie vergessen, wir sehen sie als Rückblende. Sunwoo ist fasziniert von ihr, aber er könnte nie darüber reden. Heesoo ist passend besetzt, sie hat etwas absolut Unschuldiges und Schönes. Tausend Mädchen wurden gecastet, bis Min-a Shin die Rolle bekam. Schade nur, dass sie eigentlich nicht viel mehr tun darf als unschuldig auszusehen.
Lee Byung-hun, der sonst gerne mal als romantischer Lover besetzt wird, verkörpert den verliebten Killer perfekt. Seine gut choreographierten Gewaltausbrüche wirken wie eine Transformation seiner Gefühle. Die Intensität dieser neuen, nie zuvor entdeckten Gefühle der Liebe verleihen ihm eine unaufhaltbare Dynamik. Fast muss er mit seinem Leben dafür zahlen, aber aufhalten kann ihn nichts. Leider geht Kim Jee-Woon nicht näher auf diese inneren Geschehnisse ein, dem Charakter Sunwoos fehlt die Tiefe. Doch der Film lebt vom Charme der gut erzählten Geschichte und der überzeugenden Choreografie der zahlreichen Actionszenen.
Das Ambiente des Hotels, in dem die Anfangsszene und der Showdown spielen sind verdammt cool. Grosse Glasfassaden geben den Blick auf das neonleuchtende nächtliche Seoul frei und die poppig rote, moderne Inneneinrichtung tut ihr übriges.
„Böse Erinnerungen hören nicht auf“, sagt Sunwoo, „aber die Menschen, die für deine bösen Erinnerungen verantwortlich sind, die kannst du töten“. So zieht er los zu einem gnadenlosen Rachefeldzug. Ganz am Ende steht er angeschossen und blutend wie in einem Westernduell Kang gegenüber. Sie stehen direkt vor der gestylten Bar, zwischen ihnen hinten an der Wand ist „La Dolce Vita“ zu lesen. Regisseur Kim Jee-Woon über seinen Film: „Ich wollte die Dummheit der Männer zeigen. Sie wissen nicht, wie sie kommunizieren sollen. Ein trivialer Fehler oder eine falsche Entscheidung führt zu einer unausweichlichen Situation. Ich denke, genau so ist es im Leben.“
Nana A.T. Rebhan
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Dal kom han in-saeng/ A bitter sweet life
Ein Film von Kim Jee-Woon
Südkorea 2005, 118 Min.
Mit Byung-hun Lee, Young-chul Kim, Min-a Shin, Jung-min Hwang, Roeha Kim
Filmfestival Canne 2005 - Außer Konkurrenz
Erstellt: 15-05-05
Letzte Änderung: 15-05-05