mit : Viggo Mortensen, Maria Bello, William Hurt, Ed Harris Striesow u..a.
Synopsis: Die Stalls sind so etwas wie eine Musterfamilie aus dem Mittleren Westen. Tom (Viggo Mortensen) ist seit über 20 Jahren immer noch glücklich mit Edie (Maria Bello) verheiratet, ihre beiden Kinder Jack und Sarah machen die Idylle perfekt. Eines Tages wird Tom zum in den Medien gefeierten Helden, nachdem er zwei gesuchte Schwerverbrecher, die sein Restaurant überfallen haben, niedergestreckt hat. Doch schon bald bekommt Tom Besuch von neuen bedrohlichen Männern – Angehörigen eines Verbrechersyndikats aus Philadelphia. Ihr vernarbter Anführer (Ed Harris) behauptet steif und fest, dass Tom Stall nicht Tom Stall ist, sondern der Gangster Joey Cusack. Hier muss eine Verwechslung vorliegen!
FotogalerieKritik: Alles an dieser Familie ist zu schön und harmonisch, um wahr zu sein: lang verheiratete Eheleute, die nach 20 Jahren Ehe immer noch verliebt sind, dazu ein Sohn, intelligent, sportlich und immun gegen die Provokationsversuche eines gleichaltrigen Mitschülers vom College, eine niedliche, engelsgleiche Tochter und jeden Abend das gemeinsame, von harmonischen, allseitige Liebe und Respekt zum Ausdruck bringenden Gesprächen begleitete Abendessen. Das soll der neue Cronenberg-Film sein?
Dass diesem Idyll Unheil droht, weiß man allerdings von der ersten Minute an: ein sadistisch veranlagtes Verbrecherpärchen marodiert durch den Mittleren Westen und irgendwann, das ist klar, wird es auch einen Schatten auf das Glück der Stalls werfen. Doch mit der nächsten Volte Cronenbergs hat keiner gerechnet – souverän pariert der Familienvater den Anschlag und befördert die beiden Killer ins Jenseits. Ein neuer Held ist geboren. Alles zurück auf Anfang also? Von wegen! Jetzt geht das Unglück der Stalls erst richtig los.
Nun erzählt Cronenberg, wie sich allmählich die Gewalt in das Herz dieser Familie frisst und trotz aller erfolgreichen Parierversuche gegen die Störversuche von außen die Beziehung des Ehepaars, das pazifistische Selbstverständnis des Sohns und auch die Rollenverteilung zuhause verändert. Ehefrau Edie, das wird deutlich, hat in dieser Familie eher den maskulinen Part inne, wenn sie als örtliche Rechtsanwältin alles in Bewegung setzt, um ihre Familie zu schützen. Erst die Gewalt macht sie ohnmächtig und zwingt diese bodenständige Frau in eine konservative, passive Rolle. Auch das eigentliche Familienoberhaupt wird dazu gezwungen, sich mit einem lange erfolgreich verdrängten Teil seiner Persönlichkeit auseinanderzusetzen.
Dennoch ist Cronenbergs Thrillers kein allzu ernster oder gar melodramatischer Stoff. Der überfallsartige Einbruch der Gewalt in das Leben dieser Familie hat der Regisseur so stark stilisiert, dass das Publikum bei der Pressevorführung in Gelächter ausbricht. Umso mehr, als die zuvor gezeichnete altmodische Postkarten-Kleinstadt-Idylle aus dem Mittleren Westen an Erzählmuster und Rollenklischees aus einem 40er-Jahre-Western erinnert. Doch mit Hilfe dieser übertriebenen Kontrastierung gelingt es Cronenberg auch, den Blick des Zuschauers auf diese Durchschnittsfamilie und mir ihr auch auf die eigene Wirklichkeit nachhaltig zu ändern. Eine wirkliche Idylle, scheint uns Cronenberg sagen zu wollen, ist nur dann möglich, wenn die eigenen Dämonen konfrontiert und eingefahrene Beziehungen hinterfragt und korrigiert werden. Das gilt sowohl für die Stalls als auch für die USA von heute.
Martin Rosefeldt
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A History of Violence
Ein Film von David Cronenberg
(USA, 2005, 96’)
mit : Viggo Mortensen, Maria Bello, William Hurt, Ed Harris Striesow u..a.
Cannes 2005 - Wettbewerb






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Ein ganz normaler Mittelstandsamerikaner (Viggo Mortensen) wird in David Cronenbergs neuem Thriller „A History of Violence“ von einem Verbrechersyndikat verfolgt – warum bloß?
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