Kritik: "Krabat" ist neben "Die kleine Hexe", "Der Räuber Hotzenplotz" und "Das kleine Gespenst" ein Klassiker der Jugendbuchliteratur aus der Feder von Otfried Preußler. Nun - 37 Jahre nach seinem Erscheinen - ist das Buch aufwendig verfilmt worden. "Krabat" wurde in 31 Sprachen übersetzt und wird seit über 20 Jahren an Realschulen und Gymnasien als Schullektüre genutzt. Fast jeder in Deutschland kennt es. Umso beeindruckender ist es, dass der gerade mal 31-jährige Regisseur Marco Kreuzpaintner ("Sommersturm", "Trade – Willkommen in Amerika") den Klassiker verfilmt hat, ohne dass etwas daran auszusetzen wäre. Denn das ist alles andere als einfach.
Das Problem beginnt mit der Besetzung der elf Müllersburschen, die zwar jeder individuell unterscheidbar sein, aber natürlich auch als Gruppe funktionieren sollten. Ann Dorthe Braker zeichnet für das Casting verantwortlich, u.a. Robert Stadlober, Daniel Brühl, David Fischbach, Daniel Fripan, Hanno Koffler, Sven Hönig, Stefan Haschke, Tom Lass und Daniel Steiner sind die elf Burschen. David Kross, der die Hauptrolle in Detlev Bucks "Knallhart" übernahm ist Krabat. Sensibel und verletzlich spielt er ihn, aber mit einem sehr starken Willen. In den ersten drei Monaten seiner Lehre bürdet der Meister ihm endlos viele kaum schaffbare Aufgaben auf - und Krabat erledigt sie. So wird er eingeführt in die Kunst der schwarzen Magie, und schon bald darf er sich mit den anderen Lehrlingen in schwarze Raben verwandeln, die übers Land fliegen.
Natürlich gibt es für derlei Szenen einige hübsche Special Effects, doch inszeniert Marco Kreuzpaintner mit starkem Bewusstsein für die Dramaturgie. Trotz des recht großen Budgets von acht Millionen Euro gibt es keine Spielereien mit Special Effects. Die beiden Drehbuchautoren Michael Gutmann und Marco Kreuzpaintner sind nah an dem Roman von Otfried Preußler geblieben, dessen Buch wiederum auf einer sorbischen Sage beruht. Preußler zeigte sich von der Verfilmung seines Werkes freudig überrascht: "Froh bin ich,... dass ich in ihrem Film "meinen" Krabat wieder erkennen kann. Marco Kreuzpaintner hat tatsächlich das Kunststück fertig gebracht sowohl dem Medium Film als auch meinem Buch gerecht zu werden."
So ist "Krabat" weniger Actionfilm denn filmischer Bildungsroman, einer der gelungenen Sorte. Der Held zieht aus, um in der Ferne die Kraft und die Macht der Liebe kennen zu lernen. Auf seinem Weg hat er dabei allerlei Prüfungen zu bestehen. Doch nur, wenn alle Burschen an einem Strang ziehen, können sie gemeinsam den bösen Hexenmeister besiegen und seine Kraft brechen. Wird ihnen dies gelingen? Oder gewinnt doch das Böse mit seinen zahlreichen Verlockungen?

120 Min.
Regie: Marco Kreuzpaintner
Mit David Kross, Robert Stadlober, Daniel Brühl, David Fischbach, Daniel Fripan







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