Schriftgröße: + -
Home > Welt > ARTE Journal

ARTE Journal

ARTE Journal bietet den europäischen Blick auf die wichtigsten Ereignisse des Tages.

> TV-Duell vom 22./23. Oktober > Amerika will mächtig bleiben. Aber weniger dafür zahlen

ARTE Journal - 24/10/12

Amerika will mächtig bleiben. Aber weniger dafür zahlen

Die Schwäche der US Wirtschaft und die sozialen Probleme im Land bestimmen den Wahlkampf von Romney und Obama. Selbst das letzte TV-Duell, das eigentlich der Aussenpolitik gewidmet war. Wie kann Amerika seine Macht sichern, seine Interessen vertreten, ohne sich finanziell zu ruinieren? Darum kreiste die Debatte.

Für uns analysieren die amerikanische Zwickmühle eine französische Expertin und ihr deutscher Kollege: Dr. Josef Braml von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und Laurence Nardon vom Französischen Forschungsinstitut für Fragen der Internationalen Beziehungen

Um Ausschnitte aus der Debatte zu sehen und die Kommentare unserer Experten zu lesen, klicken Sie auf die folgenden Themen:













Dr. Josef Braml, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Programms USA / Transatlantische Beziehungen bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Josef Braml ist Autor des im Februar diesen Jahres im Siedler-Verlag erschienen Buches "Der amerikanische Patient", das mit dem International Book Award ausgezeichnet wurde.
"Mit der Erinnerung an den 50. Jahrestag von John F. Kennedys historischer Ansprache während der Kubakrise erinnerte Bob Schieffer, der Moderator der dritten und letzten TV-Debatte im US-Wahlkampf, eingangs daran, dass US-Präsidenten unerwartet mit existentiellen Herausforderungen konfrontiert werden können. Die beiden Kontrahenten versuchten denn auch ihre eigenen Fähigkeiten für den Job des Obersten Befehlshabers herauszustellen und jene des Gegners kleinzureden. Dabei wurde aber deutlich, dass sowohl Amtsinhaber Obama als auch Herausforderer Romney die außenpolitische Debatte vielmehr nutzten, um auf die inneren, sozialen und wirtschaftlichen, Grundlagen zu sprechen zu kommen, die für diese Wahl ausschlaggebend sein werden." >


Laurence Nardon, Wissenschaftlerin am Französischen Forschungsinstitut für Fragen der Internationalen Beziehungen
"Im dritten Fernsehduell des Präsidentschaftswahlkampfs 2012, zum Thema Außenpolitik, ging es für Barack Obama und Mitt Romney vor allem darum, Führungsqualitäten zu beweisen.
Obama zeigte sich recht offensiv, verteidigte seine Bilanz entschieden, widersprach seinem Gegner auch und warf ihm vor, er habe seine Meinung mehrmals gewechselt, etwa in der Frage des Abzugs aus dem Irak.
Romney blieb gelassen und attackierte nur selten - so kam er zum Beispiel nicht mehr auf den Anschlag gegen die US-Botschaft in Bengasi zurück. Er wollte vor allem staatsmännisches Format demonstrieren und positionierte sich einmal mehr als gemäßigter Republikaner.
Auffällig war, dass sich die beiden Kandidaten bei vielen Themen sehr nahe standen. Das hängt damit zusammen, dass Mitt Romney zunehmend in die politische Mitte gerückt ist, wo offenbar die meisten unschlüssigen Wähler zu finden sind. Obama ließ sich diesmal, im Gegensatz zur ersten Debatte, von dieser Strategie Romneys nicht mehr überraschen."


Erstellt: 19-10-12
Letzte Änderung: 24-10-12