Mit: Juan José Ballesta, Jesús Carroza, Alba Rodríguez
Synopsis: Der 16-jährige Tano wird für 48 Stunden aus der Jugendvollzugsanstalt entlassen, weil sein Bruder heiratet. Er trifft seinen besten Kumpel Ritchie, der nichts Besseres zu tun hat, als gemeinsam mit ihm eine Straftat zu begehen. 48 Stunden sind kurz und Tano will seine kurze Freiheit möglichst intensiv genießen...Kritik: Nicht zufällig erinnert 7 Jungfrauen von Alberto Rodríguez an Larry Clarks Teenagerdramen wie Kids, Bully oder Ken Park. Ihm gelingt die gleiche unaufdringliche Mischung aus einem rauen Drama und bisweilen dokumentarisch anmutenden Szenen, die auf einer glaubwürdigen Milieuschilderung aufbaut. Ohne Nostalgie und verklärende Romantik nimmt uns der Film mit auf einen 48-stündigen Abenteuertrip. Tano will in zwei Tagen so intensiv wie möglich seine Freiheit genießen, seine Freunde und seine Freundin treffen, durch Clubs ziehen, Party machen und wilden Sex haben.
Die Kamera von Alex Catalán fängt mit einer ungestümen Handkamera und mit in Zeitraffer gedrehten Totalen die unterschiedlichen Gemütszustände ein, in denen sich Tano bewegt. Es ist nicht mehr alles wie vorher. Die bereits abgesessene Zeit im Knast hat ihn nachdenklich gemacht. Er will einerseits nicht auf das regellose, kleinkriminelle Leben mit seinen Freunden verzichten, aber andererseits erkennt er zum ersten Mal, dass es auch eine Alternative dazu gäbe. Bemerkenswert in Szene gesetzt ist einer dieser Momente, in dem er mit seiner Gang im Auto ins Nachbar-Barrio hetzt, um sich dort mit der lokalen Gang anzulegen. Seine Kumpels stürzen sich auf die Feinde, Tano bleibt im Auto sitzen. In diesem Moment muss er sich entscheiden, ob er Teil davon ist, und damit seine gesamte Zukunft aufs Spiel setzt, oder ob er eine Alternative dazu sieht.7 Jungfrauen ist rasant geschnitten und erzählt, mit treibenden HipHop Rhythmen des spanischen HipHoppers Haze unterlegt, der wie der Regisseur aus Sevilla stammt. Mit vielen guten Laiendarstellern und einigen ebenfalls sehr natürlich agierenden Schauspielern gelingt es Alberto Rodríguez ein realistisches Bild des Barrios und von dessen Kleinkriminalität zu zeichnen. Auf Hintergrundinformationen verzichtet der Film dabei weitestgehend, aber das ist kein Problem. Bisweilen könnte es dem Zuschauer schwer fallen, sich mit Tano zu identifizieren, denn es gibt von Anfang an zu wenige Szenen, in denen man sich ihm in Ruhe nähern kann. Die vielen temporeichen und schnell geschnittenen Szenen und Ereignisse rasen bisweilen fast über den Zuschauer hinweg. Trotz dieser Abstriche ist Alberto Rodríguez in seinem dritten Spielfilm ein sehr sehenswertes Portrait eines lebenshungrigen Jugendlichen gelungen.
Nana A.T. Rebhan






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