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Doku - 15/10/12

Wanderpenner in Dur und Moll - Guaia Guaia

Sie sind Straßenmusiker und sie haben nichts - keine Wohnung, kein Geld, keine Krankenversicherung: Elias Gottstein und Luis Zielke fühlen sich trotzdem pudelwohl.  Jetzt zeigt ein Film ihr Leben.

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Reportage sehen

Als „Guaia Guaia“ ziehen sie mit selbstgebauten Fahrrädern von Stadt zu Stadt und locken mit lauten, illegalen Konzerten Fans und Polizisten an. Elias und Luis sind beide 22, beide aus Neubrandenburg. Von dort wollten sie eines Tages nur noch: weg. Jetzt ziehen sie von Stadt zu Stadt, tauchen immer unangemeldet auf, und spielen Konzerte, wie und wo sie lustig sind. Ohne Genehmigung natürlich und so lange,  bis die Polizei anrückt.
 
Mit 15 haben sie sich kennengelernt, sind  mit 18 von zu Hause abgehauen und seitdem auf der Straße. Ohne Wohnung, ohne Geld, und doch völlig zufrieden. Dass sie kein Abi haben, stresst sie nicht. Obwohl karrieretechnisch da nur noch wenige Wege offenstehen.

>> Bonus: Guaia Guaia live


 
Guaia Guaia:
Elias:„Wir versuchen halt positive Energie zu verbreiten und einen alternativen Lebensstil halt vorzuleben gegen das was vorherrscht, und damit kann man nur Terrorist sein.“
Luis:„Das ist der Terror, auch für das System in dem wir leben, also das ist das einzige was das - unserer Meinung nach - irgendwie gefährdet, wenn die Leute sich ihre Freiheit gönnen, und aufhören, diesen kranken - was weiß ich, wie man das jetzt nennen soll - Konsum-Selbstzwang-Lifestyle durchzufahren.“
 
Ein Jahr lang hat Regisseur Sobo Swobodnik die beiden mit der Kamera begleitet und über dieses Leben abseits von bürgerlichen Konventionen den Dokumentarfilm „Unplugged:Leben Guaia Guaia“ gemacht.

>> Bonus: Interview mit Regisseur Sobo Sobotnick
 

 
Der Berliner Krimiautor und Dokumentarfilmer reiste mit Luis und Elias durch ganz Deutschland, und half auch schon mal illegal beim Stromabzapfen. Guaia Guaia färbt eben ab.
 
Sobo Swobodnik:
Sie leben ihren Traum, das ist auch das was die Leute so fasziniert, weil jeder Träume, Sehnsüchte und Wünsche hat, aber die auf der Strecke bleiben, ja, aus welchen Gründen auch immer. Aus persönlichen Gründen, weil man sich das selber nicht zutraut. Oder auch weil die Gesellschaft, die Eltern oder wer auch immer sagt, du musst so und so leben. Und sie nehmen sich diese Freiheit heraus, das zu tun, was sie machen wollen.
 
Modische Accessoires für den nächsten Auftritt finden Guaia Guaia zielsicher und preisgünstig in der Altkleidersammlung. Und auch bei der Essensbeschaffung ist die Schmerzgrenze erstaunlich tief. Die Wühlerei in Mülltonnen hat aber auch ihre  widerlichen Seiten.
 
Guaia Guaia
Luis: „Klar, nervt das, zum Beispiel schlechte Ernährung und nie irgendwas warmes zu essen machen können und Lagerfeuerverbot, daraufhin erst recht nichts kochen können.“
Elias: „Ja, das war eine der schrecklichsten Nächte, die ich in meinem Leben hatte. Eine verschimmelte Tomate gegessen. Und so viel Scheiße gegessen dann. Und da hatten wir ein Konzert unter der Brücke und ich bin so viel rumgehüpft und danach ging‘s mir so dreckig, und da sind noch gefahren, und während dem Fahren hab ich plötzlich vom Fahrrad runtergekotzt, die ganze Nacht so krasse Bauchschmerzen gehabt und gekotzt, es war wirklich übel.“
 
Von schimmeligen Tomaten haben Luis und Elias erst mal die Schnauze voll, vom Leben auf der Straße aber noch lange nicht.

>> Bonus: Guaia Guaia live und zu Genügsamkeit als Straßenband
 

 
Sie radeln weiter, ohne Licht, und spielen weiter, ohne Genehmigung, denn anders wär‘s ja nicht Guaia Guaia.

Trackslist

Terrorist – Guaia Guaia (inédit)

Von Stadt zu Stadt – Guaia Guaia (inédit)


Links

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Freitag 19. Oktober 2012 um 02.15 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2012, 52mn)
BR

Erstellt: 02-10-12
Letzte Änderung: 15-10-12