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Kunst - 15/10/12

Found Art – Kunst, die auf der Straße liegt

Endlich gibt‘s ein neues Leben für alte Mixtapes, Eierschalen dürfen sich mal aufplustern und aus zerlatschen Kaugummis werden Leinwände.

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In seinem Londoner Viertel Muswell Hill ist der Künstler Ben Wilson längst eine Legende: Seit acht Jahren zieht er – bewaffnet mit Bunsenbrenner und Acrylfarben – jeden Tag durch seinen Bezirk. Und zwar auf der Suche nach ausgespuckten Kaugummis. Die zerlatschten  Bubble-Gums dienen dem 49jährigen als Leinwand für seine Miniatur-Gemälde.
 
Ben Wilson
Als ich jünger war habe ich Figuren auf Werbeplakate gemalt oder hab die Poster gleich abgerissen. Aber als ich älter und ruhiger wurde, hab ich gemerkt: Malen auf Kaugummi ist technisch gesehen keine Sachbeschädigung. Als mal Polizisten gekommen sind und gesagt haben: Das dürfen Sie nicht! Sie malen ja auf dem Bürgersteig, sagte ich: Nein – ich male bloß auf Kaugummi.
 
Auch die US-Künstlerin Erika Iris Simmons hat sich auf Found Art spezialisiert: Aus alte Mixtapes  macht sie in ihrem Atelier in Princeton Musiker-Portraits. Für ein Bild braucht sie manchmal bis zu drei Wochen.
 
 
Resultat der Sisyphosarbeit: Portraits von Musiklegenden und Popkulturhelden.
 
Erika Iris Simmons
Ich mag, wenn sich jemand meine Kunst anschaut, und er sich gleichzeitig vorstellt, wie es ist, dieses Objekt anzufassen.  Es bedeutet den Leuten was. Wenn man mit Alltagsgegenständen arbeitet, bekommen sie ein neues Leben. Das finde ich aufregend – so nach dem Motto, wenn diese Wände reden könnten, wenn diese Kassetten reden könnten, was würden sie sagen.
 
Viel Durchhaltevermögen braucht auch der Brightoner Designer Kyle Bean bei seiner Arbeit: Wochenlang zimmerte er zum Beispiel aus zerbrochenen Eierschalen eine lebensechte Huhn-Skulptur.
 
Kyle Bean
Ich mag einfach diese Was-kam-zuerst-Frage – also die Frage nach dem Huhn und dem Ei, weil es so universell ist, und immer noch nicht beantwortet wurde. Weil es um diesen Kreislauf ging, bin ich ganz leicht auf die Idee gekommen – was wäre wenn ich einfach ein Huh aus Eiern mache.
 
Für seine Designs schnappt sich Kyle Bean alles Mögliche an Alltagsgegenständen:  alte Strohhalme, vergilbte Büchern oder die Reste aus einem Anspitzer. 
 
 
Und die haben hinterher einen ganz neuen Sinn.
 
 
Kyle Bean
Manchmal kommen die besten Ideen von ganz einfachen Gedanken, wie die, die Du als Kind hattest. Ich versuche mich bei meiner Arbeit immer daran zu erinnern wie ich als Kind gedacht habe. Damals ist man viel einfach an die Dinge rangegangen und war nicht so verwirrt von allem wie jetzt als Erwachsener.

Links


Ausstellung

GUM PICS ON BRICK
Julian Hartnoll Gallery
21. - 28. Oktober 2012
37 Duke Street St James’s
London SW1Y 6DF

Trackslist

Abschied - Acid Pauli (Bar 25) 
Ginkhoe  - Nico Stojan (Bar25)
The Boat is full - Sophie Hunger (Universal)
Be the one - The Ting Tings (Sony Music)   
Impossible - Band of Skulls  (Warner)                
Helpless for Love - Annie (K7)    

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Freitag 19. Oktober 2012 um 02.15 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2012, 52mn)
BR

Erstellt: 01-10-12
Letzte Änderung: 15-10-12