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Dürfen wir Tiere essen?

Der Themenabend klärt über die globalen Folgen des Fleischkonsums auf und diskutiert Lösungsansätze.

Dürfen wir Tiere essen?

Dienstag, 27.03.2012 um 20.15 Uhr - 26/03/12

Zahlen, Gesetze, Fakten

Zahlen rund ums Fleisch und den Vegetarismus




Schlachtung
Weltweit: 234.624.000 Tonnen
Europa: 38.235.000 Tonnen
Deutschland: Im Jahr 2010 wurden 8 Millionen Tonnen, also 8 Milliarden Kilo Fleisch erzeugt. Eine detaillierte Auflistung der Schlachtungen liefert das Statistische Bundesamt.
Frankreich: Während die Fleischwarenproduktion in Deutschland 26% der europäischen Produktion ausmacht, liegt Frankreich nur bei 9%, laut dem Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie e.V.

Genderspezifische Unterschiede im Fleischkonsum
Deutschland: Männer verzehren in Deutschland fast doppelt so viel Fleisch wie Frauen. Frauen: 53g/ Tag, Männer: 103g/ Tag
Weitere Infos in der Verzehrstudie des Bundesernährungsministeriums
Frankreich: Männer essen 1/3 mehr Fleisch als die Frauen. Männer: 62 g/Tag, Frauen: 47 g/Tag

Pro-Kopf-Verbrauch
Deutschland: Nach einer Studie der Food and Agriculture Organisation (FAO) der Vereinigten Nationen beträgt der Konsum pro Jahr 83,3 Kilo (Stand 2005). Ähnliche Ergebnisse für das Jahr 2007: Konsum pro Jahr: 87,88 Kilo.
In einem Leben essen wir 1094 Tiere: 4 Kühe und Kälber, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Truthähne, 46 Schweine und 945 Hühner.
Weitere Informationen zum Fleischverzehr beim Vegetarierbund Deutschland
Frankreich: Nach derselben Studie der Food and Agriculture Organisation (FAO) der Vereinigten Nationen beträgt der Konsum pro Jahr 88,6 Kilo (Stand 2005). Ähnliche Ergebnisse für das Jahr 2007: Konsum pro Jahr: 88,77 Kilo.

Massentierhaltung
Deutschland: Rund 98 Prozent aller verzehrten Tiere stammen aus der Massentierhaltung.
Weitere Informationen über eine Studie des Statistischen Bundesamtes beim Vegetarierbund.
Frankreich: Rund 82 Prozent aller verzehrten Tiere stammen aus der Massentierhaltung.
Mehr Infomation: le site d'animal cross.

Fleischexport
Deutschland hat laut dem Deutschen Agrarministerium 1,6 Millionen Tonnen Schweinefleisch exportiert. Demnach wuchs die Ausfuhr seit 2001 auf mehr als das Dreifache. Weitere Informationen über „Deutschlands Fleischexport wächst rasant“ in einem Beitrag des ZDF.
Frankreich hat 2011 1,5 Millionen Tonnen Fleisch exportiert (Eurostat)

Vegetarismus
Deutschland: Nach dem Deutschen Vegetarierbund ernähren sich 7-8 Prozent der Bevölkerung fleischlos, also etwa sechs Millionen Menschen. 600.000 Menschen leben sogar vegan.
Laut der Nationalen Verzehrstudie II sind es nur 1,6 Prozent der Bevölkerung, die auf Fleisch verzichten. Die widersprüchlichen Zahlen ergeben sich dadurch, dass es unterschiedliche Definitionen gibt, was einen Vegetarier ausmacht.
Zahlen zu Vegetariern und „Teilzeitvegetariern“ beim Deutschen Vegetarierbund
Frankreich: In Frankreich ernähren sich laut der Alliance Végétarienne weniger als 2% vegetarisch, also weniger als 1,2 Mio. Menschen (Informationen zusammengetragen von der Europäischen Vegetarier Union).

Genderspezifische Unterschiede:
In Deutschland sind 70-80 Prozent der Vegetarier Frauen. Besonders Mädchen zwischen 13 und 19 Jahren.
Deutschland: Frauen: 2,2 Prozent, Männer: 1 Prozent   – Siehe auch: Ergebnisse der Vegetarierstudie der Universität Jena  
Frankreich: 75 Prozent der Vegetarier sind Frauen. 65 Prozent sind unter 35 Jahre alt, davon haben 2/3 zwischen 25 und et 35 Jahre. (Etude sociologique des végétariens en France, Yann Plancqueel, 2008).


Entwicklung des Vegetarismus
Der weltweite Fleischkonsum ist in den letzten 50 Jahren um das Fünffache gestiegen
Weltweit ernähren sich heute schätzungsweise eine Milliarde Menschen vegetarisch. Viele davon allerdings in Entwicklungsländern aus wirtschaftlichen Gründen.

Wer isst was? - Arten des Vegetarismus
Die häufigste Art des Vegetarismus ist der Ovo-Lacto-Vegetarismus. Ovo-Lacto-Vegetarier essen keine Tiere, aber Milch- und Eiprodukte. Laut neuster Studien gilt diese Ernährung als Empfehlung für vollwertige Mischkost. Lacto-Vegetarier verzichten neben dem Fleisch auch auf Eier und Ovo-Vegetarier wiederum auf Milchprodukte. Pescetarier essen kein Fleisch, aber mit gutem Gewissen Fisch und Meeresfrüchte auch Eier, Milch und Honig sind erlaubt. Veganer lehnen die Nutzung von Tieren und tierischen Produkten generell ab, also auch Honig, Gelatine oder Leder. Frutarier essen nur Pflanzen, die bei ihrer Ernte nicht sterben müssen, also alles, was vom Baum fällt. Flexitarier sind "Gelegenheits-Vegetarier". Sie verurteilen die Massentierhaltung, greifen auf einer Grillparty aber auch mal zum Bio-Würstchen. (Einer der bekanntesten Vertreter der Flexitarier ist der Autor Jonathan Safran Foer.) Puddingvegetarier nennt man Vegetarier, die aus ethischen Gründen auf Fleisch verzichten, aber keinen Wert auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung legen. Freeganer (oder "Mülltonnentaucher") versuchen kostenlos zu leben, indem sie ihre Nahrung aus Abfalleimern von Restaurants und Supermärkten suchen. Sie wollen auf Verschwendung und weltweiter Armut hinweisen.

Tierschutz aktuell
Europa: Ab 1. Januar 2012 gilt ein EU-weites Verbot der konventionellen Käfighaltung von Legehennen. In Deutschland ist die Käfighaltung von Legehennen seit dem 1. Januar 2010 offiziell im Tierschutzgesetz verboten und wurde durch die so genannte Kleingruppenhaltung ersetzt. Seit dem 1. Januar 2006 ist auch der Einsatz von Antibiotika zur Wachstumsbeförderung verboten.


Gesundheit
96,4 Prozent der Tiere aus Massentierhaltung werden schätzungsweise mit Antibiotika versorgt. In jedem zweiten Hähnchen werden Anteile von Antibiotika gefunden.
Studien belegen, dass Vegetarier weniger häufig unter Zivilisationskrankheiten (u.a. Depressionen, Übergewicht) leiden und eine höhere Lebenserwartung haben. Zudem ist das Krebsrisiko vermindert, genauso wie das von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Forscher gehen allerdings davon aus, dass dies auf den generell gesünderen Lebensstil von Vegetariern zurückzuführen ist.

Ökologie
Wasserverbrauch: Die Massentierhaltung ist durch den großen Bedarf an Viehfutter einer der größten Wasserverbraucher in Deutschland. Mit dem Wasser, das für die Erzeugung von einem Kilo Fleisch benötigt wird, könnte man ein Jahr lang duschen: Über 15.000 Liter, im Gegensatz zu 1300 Litern, die für die Herstellung von einem Kilo Weizen gebraucht werden.
Nähere Informationen zum Wasserverbrauch bei der Herstellung von Konsumgütern bei Water Footprint

Klimawandel
Schafe und Kühe produzieren bei der Verdauung Methangas, das zu den Treibhausgasen zählt und höchst klimaschädlich ist. Ein Rind stößt in einem Jahr so viele Treibhausgase aus, wie ein PKW bei 18.000 Kilometern im Jahr.

Tierische Bestandteile in Lebensmitteln
Einige Beispiele:
Brot: Damit Brenzen glänzen, werden sie mit Schweinefett eingestrichen. Oftmals wird beim Brotbacken auch Schlachtfett statt Margarine benutzt.
Wein: Gelatine oder Fischblase werden als Filter genutzt, um Wein (aber auch klaren Apfelsaft und viele softgetränke) zu klären. In Spanien wird zu diesem Zweck auch manchmal Stierblut verwendet.
Käse: Viele Käsesorten beinhalten Kälberlab, welches aus dem Magen geschlachteter Kälber gewonnen wird.
Eine Liste mit weiteren "Tierischen Fallen" finden Sie hier!



Erstellt: 05-03-12
Letzte Änderung: 26-03-12