In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann der Siegeszug der Krebsvorsorge. "Krebsvorsorge kann Leben retten" - so lautete das Motto vieler Vorsorgekampagnen. Sie suggerieren: Wer nicht mitmacht, spielt mit seinem Leben. Und derjenige, der regelmäßig zur Vorsorge geht, hofft, sich schützen zu können.
Doch 40 Jahre später bezweifeln viele Experten den Nutzen der Reihenuntersuchung gesunder Menschen. Einige diagnostizieren sogar einen deutlichen Schaden - etwa durch unnötige Diagnosen und Therapien. "Insgesamt ist es so, dass diese Untersuchungen immer mehr Menschen schaden, als dass sie nützen," bilanziert Ingrid Mühlhauser vom Institut für Gesundheitswissenschaften der Universität Hamburg. Auch andere Experten sehen das Risiko einer Überdiagnose durch die Früherkennung, ohne diese medizinische Maßnahme jedoch grundsätzlich infrage zu stellen. Für die Patienten werfen diese Erkenntnisse eine Reihe von Fragen auf. Welchen Sinn kann die Krebsvorsorge also haben?
In ihrer Dokumentation beleuchtet Filmemacherin Kathrin Pitterling die aktuelle Debatte, hinterfragt kontroverse Expertenmeinungen und trifft Menschen, die zur Früherkennung gegangen sind. Dabei werden Früherkennungsuntersuchungen für Prostata-, Brust-, Darm- und Gebärmutterhalskrebs vorgestellt.
Ab 22.15 Uhr haben Sie dann die Möglichkeit, Ihre Fragen in unserem Chat an Experte Professor Lothar Weissenbach zu stellen. Eine Kurzbiografie zu seiner Person:
1959-1965 Studium der Humanmedizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; 1968 Approbation; 1968-1972 urologische Facharztausbildung, Habilitation und anschließende Tätigkeit als leitender Oberarzt an der Urologischen Klinik Bonn; 1984 - 2003 Leiter der Urologischen Klinik des Krankenhauses Am Urban, Berlin, davon 6 Jahre Ärztlicher Leiter; 2003-2009 Leitender Arzt der Belegabteilung für Urologie an der EuromedClinic Fürth; 2004-2007 Ärztlicher Leiter/stellv. Ärztl. Leiter an der EuromedClinic Fürth; 2007-2009 Arzt am Zentrum für Männergesundheit an der EuromedClinic Fürth; seit 2009 Arzt am Zentrum für Männergesundheit an der Meoclinic Berlin.
Nach der Ausstrahlung können Sie
Links zum Thema:
- Stiftung Männergesundheit
- Deutsche Krebsgesellschaft
- Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) e. V







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