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KurzSchluss

"KurzSchluss - Das Magazin" zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt - und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews.

> 15. September > Robert Breer

02/08/04

Robert Breer

Robert Breer wurde am 30. September 1926 in Detroit (Michigan, USA) geboren.
Nach dem Studium der Bildenden Kunst (Malerei, Bildhauerei) an der Universität Stanford führte er seine Ausbildung in Paris weiter, zunächst an der Grande Chaumière, später im Atelier Zadkine. Zwischen 1949 und 1959, seinen Pariser Jahren, wurden Robert Breers Werke regelmäßig in der Galerie Denise René ausgestellt, die auch sein erstes „Folioskop“ (eine Art Daumenkino) mit dem Titel „Image par images I“, anlässlich der 1955 eröffneten Ausstellung „Le mouvement“ (zu deutsch: „Die Bewegung“) herausgab. Im selben Jahr wurden seine ersten abstrakten Filme in der Cinémathèque française aufgeführt. Robert Breer interessierte sich immer stärker für Aspekte der Bewegung und Transformation: Erst gestaltete er Folioskope, dann Mutoskope, d.h. mit Phasenbildern ausgestattete Heftchen, die beim Schnelldurchlauf den Eindruck von Bewegung vermittelten. Als sich Robert Breer 1959 in New York niederließ, hängte er die Malerei endgültig an den Nagel und befasste sich ausschließlich mit der Gestaltung von Plastiken und dem Filmen.
Sein gesamtes Filmschaffen (über 40 Filme in 50 Jahren) besteht im Wesentlichen aus dem Filmen von Einzelbildern ( Zeichnungen einfacher oder bunter Formen) in Animationstechnik, ohne Rücksicht auf Linearität oder Handlung. Durch die Verknüpfung bzw. kontrastierende Darstellung äußerst unterschiedlicher Fotogramme versucht Breer zu beweisen, dass Bewegung durch eine Abfolge von Bewegungslosigkeit erzeugt werden kann, so paradox dies erscheinen mag. Die formale und erzählerische Kontinuität der Bewegung wird dabei von der Eigendynamik der verwendeten grafischen Vorlagen und Formen bestimmt.

„Einzelbilder, die in schneller Bildfolge zu einer fortlaufenden Bewegung verschmelzen… das ist Kino".
(Robert Breer, frei übersetztes Zitat)

FILMOGRAPHIE :
Quelle: Verlagskatalog Re :voir/Paris Expérimental, VHS „Recreation“ von Robert Breer.

· 1952
Form Phases (16 mm, sw, stumm, 2 Min.)

· 1953
Form Phases II (16 mm, Kodachrom, stumm, 3 Min. 30 Sek.)
Form Phases III (16 mm, Kodachrom, stumm, 3 Min. 30 Sek.)

· 1954
Form Phases IV (16 mm, Kodachrom, stumm, 3 Min. 30 Sek.)
Image by Images I (16 mm, Kodachrom, stumm, Schleife)
Un miracle (16 mm, Kodachrom, stumm, 30 Sek.)

· 1955
Image by Images II (16 mm, sw, stumm, 3 Min.)
Image by Images III (16 mm, sw, stumm, 3 Min.)
Image by Images IV (16 mm, Kodachrom, stumm, 3 Min.)

· 1956
Motion Pictures (16 mm, Kodachrom, Ton, 3 Min.)
Cats (16 mm, Kodachrom, Soundtrack von Frances Breer, 1 Min. 30 Sek.)

· 1956-57
Recreation I (16 mm, Kodachrom, Soundtrack von Noël Burch, 2 Min.)
Recreation II (16 mm, Kodachrom, stumm, 1 Min. 30 Sek.)

· 1957
Jamestown Baloos (16 mm, Farbe, sw, optischer Ton, 6 Min.)
A Man and His Dog Out for Air (16 mm, sw, optischer Ton, 3 Min.)

· 1958
Par avion (16 mm, Farbe, stumm, 2 Min. 30 Sek.)

· 1958-59
Eyewash (16 mm, Farbe, zwei Spuren (die Tonspur heißt Earwash), 6 Min.)

· 1960
Homage to Jean Tinguely’s „Homage to New York“ (16 mm, sw, optischer ton, 10 Min.)
Inner and Outer Space (16 mm, Farbe, Ton, 4 Min.)

· 1961
Blazes (16 mm, Farbe, optischer Ton, 3 Min.)

· 1962
Horse Over Tea Kettle (16 mm, Farbe, Ton, 6 Min.)

· 1963
Breathing (16mm, sw, Ton, 6 Min.)

· 1964
Fist Fight (16 mm, Farbe, Ton, 11 Min.)

· 1966
66 (16 mm, Farbe, Ton, 5 Min.)

· 1968
69 (16 mm, Farbe, optischer Ton, 5 Min.)
PBL #2 (16 mm, Farbe, Ton, 1 Min.)

· 1970
70 (16 mm, Farbe, optischer Ton, 5 Min.)

· 1972
Gulls and Buoys (16 mm, Farbe, Ton, 6 Min.)

· 1974
Fuji (16 mm, Farbe, Ton, 10 Min.)

· 1975
Rubber Cement (16 mm, Farbe, Ton, 10 Min.)

· 1977
77 (16 mm, Farbe, optischer Ton, 10 Min.)

· 1978
LMNO (16 mm, Farbe, optischer Ton, 10 Min.)

· 1979
T.Z. (16 mm, Farbe, optischer Ton, 8 Min. 30 Sek.)

· 1980
Swiss Army Knife with Rats and Pigeons (16 mm, Farbe, optischer Ton, 6 Min.)

· 1982
Trial Balloons (16 mm, Farbe, optischer Ton, 6 Min.)

· 1986
Bang (16 mm, Farbe, optischer Ton, 8  Min.)

· 1989
A Frog on the Swing (16 mm, Farbe, optischer Ton, 5 Min.)

· 1992
Sparkill Ave! (16 mm, Farbe, optischer Ton, 5 Min.)

·        1997
Time Flies (16 mm, Farbe, optischer Ton, 5 Min.)

· In Arbeit:
ABCD - An Alphabet

ZUM THEMA:

Weiterführende Informationen 
Ein Artikel von Fred Camper, erschienen in der Zeitschrift Chicago Reader


VIDEO-TIPPS: 

„Recreation“ von Robert Breer auf VHS
Eine Auswahl der Paris Film Coop zu Filmen von Robert Breer


LESE-TIPPS:

Zum Nachschlagen: Die vollständige und detaillierte Bibliografie von und über Robert Breer in dem Buch „Robert Breer“ von Jennifer L. Burford, Vorwort von Christian Lebrat, Hrsg. Re :voir/Paris Expérimental, in „Recreation “, Sammelbox mit 11 Filmen von Robert Breer auf VHS, erschienen bei Revoir Vidéos.

Robert Breer: „Notes de Paris 1949-1959”  in Paris New York 1908-1968, Hrsg. Centre Georges Pompidou, Paris, 1977. Neuauflage Centre Georges Pompidou/Gallimard, 1991.

Patrick de Haas: „Robert Breer“ in L’art du mouvement, unter der Leitung von Jean-Michel Bouhours, Hrsg. Centre Georges Pompidou, Paris, 1996. 

Erstellt: 02-08-04
Letzte Änderung: 02-08-04