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Mission X - 29/12/04

5 - Der Wettlauf

Western Union gegen Cyrus Field


Alaska war damals noch in russischem Besitz, als die konkurriernde Western Union Verhandlungen aufnahm, um ihre Telegrafenlinie durch die Wildnis zu bauen.

Allein für die Genehmigung, die Strecke durch das Territorium der Hudson Bay Company legen zu dürfen, zahlte die Firma sechs Millionen Dollar. Als die Russen von den immensen Zahlungen hörten, schüttelten sie ungläubig den Kopf: Für so eine Summe würden sie ganz Alaska verkaufen. Einige Jahre später ging Alaska für 7,2 Millionen Dollar in amerikanischen Besitz über. In Sibirien begannen noch im selben Jahr die Vorbereitungen für den Bau der Telegrafenstrecke, die Europa mit Amerika verbinden sollte.

Die Western Union befand sich im Wettlauf mit Cyrus Field. Er hatte neue Investoren gefunden und wieder eine Firma gegründet. Glass & Eliott arbeitete rund um die Uhr sieben Tage die Woche, um die 4300 Kilometer Kabel rechtzeitig zu liefern. Field überließ diesmal nichts dem Zufall: Ein gewisser Thomson, der später als Lord Kelvin bekannt werden sollte, konstruierte das neue Kabel. 120 Telegrafentechniker hatte Field engagiert, um an Bord der Great Eastern die Verlegung zu überwachen.


Zuversichtlich und bester Stimmung

Der Umbau der Great Estern war abgeschlossen. 500 Mann waren an Bord, als das Schiff am 23. Juli 1865 auslief. Mit fünf Meilen pro Stunde dampfte die Great Eastern nach Westen Richtung Neufundland. Doch nach 130 ausgelegten Kilometern geschah ein Zwischenfall. Ein Drahtstift hatte das Tiefseekabel durchbohrt. Einige Tage später dasselbe. Field glaubte an Sabotage, stellte Wachen auf, tauschte Arbeiter aus. Als man die Ursache, einen technischen Defekt, fand, atmete die Mannschaft auf.

Man war zuversichtlich und bester Stimmung an Bord. Ständig hielt man Funkkontakt mit Irland. 2250 Kilometer Kabel waren bereits verlegt. Nur noch 600 Meilen bis zur Küste, da bemerkte der Telegrafist eine Unterbrechung. Man wollte das defekte Kabel bergen, doch dabei riss es und versank in der Tiefe. Als man Field von dem Unglück benachrichtigte, konnte er es nicht fassen. Sieben Jahre hatte er auf diese zweite Chance gewartet, fünf Millionen Dollar hatte die Gesellschaft investiert.


Erneutes Scheitern

Tagelang kreuzten sie über der Unglücksstelle, versuchten mit dem Greifgeschirr das Kabel aus der Tiefsee zu bergen. Wie durch ein Wunder bekamen sie es dreimal zu fassen, doch immer wenn sie es fast an die Oberfläche gehievt hatten, brachen die Trossen oder das Kabel entglitt wieder. Nach neun Tagen gaben sie auf und fuhren zurück nach Irland.

Die Western Union musste die Nachricht vom erneuten Scheitern der Atlantik Telegraph Company mit Genugtuung aufgenommen haben. Ihr Projekt, Amerika mit Europa über Alaska und Sibirien zu verbinden, lief auf Hochtouren. 300 Meilen durch Alaska und 350 Meilen durch Sibirien hatten sich die Arbeiter der Telegrafenlinie bereits vorgekämpft. Jetzt lag an der Beringstraße das Unterwasserkabel bereit und wartete auf die Verlegung.

© ZDF/Axel Engstfeld Filmproduktion


Erstellt: 29-12-04
Letzte Änderung: 29-12-04