Mit den Anschlägen vom 22. Juli begann in Norwegen eine neue Zeitrechnung. 68 zumeist Jugendliche starben bei einem Massaker, das der Attentäter mit Schusswaffen auf einem sozialdemokratischen Ferienlager veranstaltete. Weitere neun fielen der Bombenexplosion zum Opfer, die das ganze Regierungsviertel Oslos erschütterte und viele Gebäude unbrauchbar machte. Das skandinavische Musterland reagierte tapfer: Norwegen werde seine offene und tolerante Gesellschaft nicht aufgeben, unterstrich Ministerpräsident Jens Stoltenberg. "Mein größter Dank gilt dem norwegischen Volk, das sich verantwortungsbewusst gezeigt hat, als es darauf ankam, das seine Würde behalten und sich für die Demokratie entschieden hat." Stoltenberg und seine Arbeitspartei verzeichnen seither wachsende Zustimmung. Doch das Land kämpft mit dieser riesigen offenen Wunde. Eine große nationale Trauerfeier ist für den 21. August geplant, um der 77 Toten der Terroranschläge zu gedenken. Überlebende, Angehörige der Opfer und andere direkt Berührte sollen zusammen mit Helfern und Behörden dazu eingeladen werden. Der geständige Täter, ein Islamfeind, ist in Untersuchungshaft. Der Prozess gegen ihn kann frühestens Anfang 2012 beginnen.