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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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About a Boy

Kinostart 22. August 2002

ABOUT A BOY
oder:
DER TAG DER TOTEN ENTE

Ein Film von Paul Weitz & Chris Weitz
F 2001

Synopsis

Will (Hugh Grant) ist charmant, gutaussehend, reich, aber auch oberflächlich und egozentrisch. Kurzum: Er ist der Typ, auf den viele Frauen fliegen. Ein unwiderstehlicher Herzensbrecher, der mit einer neuen Taktik auf Frauenfang geht. Selbsthilfegruppen für allein erziehende Mütter und Väter ist genau der richtige Ort, um auf einsame Frauen zu treffen. Aber dann lernt er einen ungewöhnlichen Jungen (Nicholas Hoult) kennen...

Vom Buch zur Leinwand

1998 veröffentlichte Nick Hornby seinen dritten Roman „About A Boy oder: Der Tag der toten Ente". Zuvor schrieb er bereits die Bücher „Fever Pitch" und „High Fidelity", die ebenfalls verfilmt wurden. „About A Boy oder: Der Tag der toten Ente" ging allein in Großbritannien mehr als eine Million Mal über die Ladentische. Das Buch wurde in mehreren Sprachen übersetzt und wurde in über zwanzig Ländern zum Verkaufsschlager. In Großbritannien landete „About A Boy oder: Der Tag der toten Ente" sogar auf dem ersten Platz der Bestsellerliste. Außerdem platzierte sich das Buch auf Platz eins der Sydney Herold Book Charts and Booktrack sowie auf Platz zwei der Bestsellerliste der L. A. Times.

In „About A Boy oder: Der Tag der toten Ente" können sich die Leser genauso wiederfinden wie schon in anderen zeitgenössischen Romanen wie etwa „Briget Jones – Schokolade zum Frühstück". Allerdings mit dem Unterschied, dass hier ein Mann die große Liebe sucht und sich in einer vertrackten Situation wiederfindet. Genauso wie Frauen sind auch Männer hin und her gerissen, haben Angst und sind sehr verletzbar. Eine Geschichte also, die Frauen und Männer gleichermaßen anspricht. Frauen treffen in der Geschichte nicht nur Männer wieder, wie sie sie vielleicht einmal selbst kennen gelernt haben, sondern auch sich selbst. Hornby hat seinen Protagonisten eine emotionale Tiefe gegeben, damit sich jeder mit ihnen identifizieren kann. Mit der magischen Mischung aus Humor und Drama behandelt er dabei Themen wie Isolation, Bindungsangst, Familie und Liebe.

Die in New York ansässige Produktionsgesellschaft Tribeca unter der Leitung von Robert De Niro und Jane Rosenthal erwarb noch vor der Veröffentlichung des Romans im Jahre 1998 die Filmrechte, und durch die Kooperation mit New Line konnte das Projekt sofort in Angriff genommen werden. Produzentin Jane Rosenthal erzählt, dass offensichtlich jeder von der Geschichte angezogen wurde: „Nick Hornby hat eine außergewöhnliche Sprache. Das Buch bot sich regelrecht an, verfilmt zu werden. Es gibt nicht viele Schriftsteller, die mit einer solchen Intention schreiben, die es ermöglicht, den Roman für die Leinwand zu adaptieren." Durch Veränderungen im Management von New Line vor einigen Jahren geriet das Projekt in eine Nische jenseits des Mainstream-Kinos. New Line sah sich nicht mehr in der Lage, mit dem Projekt fortzufahren, und so sprang Universal Pictures ein.

Nachdem man sich entschlossen hatte, den Film an dem gleichen Schauplatz wie im Buch spielen zu lassen, suchte Tribeca für die Aufnahmen in London nach einem britischen Produktionspartner. Was lag näher auf der Hand, als sich mit der in Großbritannien ansässigen Produktionsgesellschaft Working Title zusammenzutun, die bereits eine langfristige Vereinbarung mit Universal Pictures eingegangen ist. Gemeinsam hatten sie bereits Nick Hornbys Roman „High Fidelity" verfilmt. Darüber hinaus hat Working Title eine enge Beziehung zu Hugh Grant, der in ihren drei erfolgreichsten Filme „Vier Hochzeiten und ein Todesfall", „Notting Hill" und „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück" die Hauptrolle spielte. Es stand von vornherein fest, dass Grant auch in „About A Boy oder: Der Tag der toten Ente" die Rolle von Will übernehmen sollte. Jane Rosenthal erinnert sich: „Die Zusammenarbeit mit Working Title war ausgezeichnet. Dadurch wurde uns die Arbeit an einem Drehort im Ausland enorm erleichtert. Es war eine wundervolle Zusammenarbeit, und ich hoffe, es werden sich noch mehr Gelegenheiten ergeben."

Als man mit Working Title ins Gespräch kam, stand bereits fest, dass die Brüder Paul und Chris Weitz die Regie übernehmen würden. Beide arbeiteten schon an der Drehbuchadaption des Romans, auch wenn ihr Engagement als Regisseure einer erfolgreichen Teenie-Komödie wie „American Pie" auf den ersten Blick nicht gerade plausibel erschien. Dazu Jane Rosenthal: „Sie waren von dem Stoff regelrecht fasziniert. Ihre Leidenschaft sprach Bände. Auch wenn sie für derartige Filme nicht gerade prädestiniert erschienen, merkten wir schon nach dem ersten Treffen, dass ihnen dieser Film mehr am Herzen liegen würde als alles Andere, was sie bisher gemacht haben."

Zwei Jahre bevor er als Regisseur verpflichtet wurde, hatte Chris Weitz das Buch bereits gelesen und sich in die Geschichte regelrecht verliebt: „Es ist ein überaus liebenswerter und faszinierender Stoff." Nachdem er seinen Bruder Paul davon überzeugen konnte, sich die Filmrechte zu sichern, mussten sie leider feststellen, dass ihnen jemand zuvor gekommen war und auch schon ein Regisseur für die Verfilmung verpflichtet wurde. Tribeca signalisierte dennoch Interesse an einer Zusammenarbeit, falls sich an ihren Plänen etwas ändern sollte. Zu ihrer großen Überraschung änderten sich die Pläne tatsächlich. Dazu Chris Weitz: „Wir hatten das Projekt seit einigen Jahren wie die Geier umkreist, und schließlich haben wir den Zuschlag bekommen."

Nach dem Teeniefilm „American Pie" waren sie mehr daran interessiert, eine Geschichte umzusetzen, die eher ein erwachsenes Publikum anspricht. Eine Geschichte, die weniger von visuellen Reizen abhängig ist, sondern von einer geistreichen Komik lebt. Paul Weitz erzählt: „Der Witz dieses Romans ist viel geistreicher als in den meisten Komödien, die man heute im Kino vorgesetzt bekommt." Den beiden Brüdern gefielen außerdem die Dialoge in Hornbys Roman, die auf eine gute Beobachtung schließen lassen. „Die einzige Schwierigkeit bestand nur darin, welche der unglaublich reichhaltigen Dialoge man auswählen sollte, und auf welche man verzichten könnte, um daraus einen zweistündigen Film zu machen", erzählt Chris Weitz. Eine interessante Herausforderung war für sie auch, die Mischung aus Humor und Drama auszubalancieren. „Jede Komödie stellt einen heiklen Balanceakt dar", führt Chris Weitz fort, „über welche menschlichen Eigenheiten amüsiert man sich, und welches Benehmen eines Menschen wirkt auf uns eher verstörend? Es galt, den richtigen Ton zu finden. Das war unsere Aufgabe."

Produzent Eric Fellner meint: „Es war für uns alle sehr aufregend, eine britische Idee aus einer amerikanischen Sichtweise zu betrachten und zu beobachten, was daraus entsteht."

Noch bevor Chris und Paul Weitz an Bord kamen, stand bereits fest, „About A Boy oder: Der Tag der toten Ente" in London zu drehen. Das war eine Entscheidung, die den Beiden nur Recht war. Besonders Paul war davon ganz angetan. Schließlich ging er in St. Pauls zur Schule und studierte später in Cambridge. Über ihre gemeinsame Arbeit sagen sie nur, dass sie es schlichtweg genießen, sich in kreativer und technischer Hinsicht gegenseitig zu unterstützen

Kommentar

‚Ich bin Ibiza‘ stellt sich Will (Hugh Grant) selbstbewußt den hübschesten Frauen vor - mit Erfolg, sie wollen alle auf seiner Insel stranden. Dieser Spruch hat einem Freund von mir so gut gefallen, dass er ihn sich gleich auf ein T-Shirt drucken lassen wollte. Will versteht sich als Spaßinsel, er will alles bloß keine Beziehung. Wer traute Zweisamkeit wünscht, dem kommt er mit dem passenden Spruch: ‚Die Will-Show ist eine Ein-Man-Show und kein Ensemble-Drama.‘ Dieser Satz läßt sich - in abgeänderter Form - auch auf die Verfilmung des letzten Nick-Hornby-Bestsellers (FEVER PITCH, HIGH FIDELITY) anwenden. Hugh Grant brilliert in seiner neuen Hauptrolle, die anderen sind aber durchaus auch sehenswert, etwa Rachel Weisz als sexy Illustratorin.

Hugh Grant wirkt wie ein Schauspieler einer längst vergangenen Dekade, ein Relikt einer Hollywoodära, die Frauenherzen in Sekundenschnelle zum Schmelzen brachten, und zwar alle, egal ob alt oder jung. Im Prinzip tritt Hugh die Nachfolge von Cary an, denselben Nachnamen haben sie ja schon. Hugh ist der smarte, charmante Sunnyboy, der es sich in ABOUT A BOY ODER DER TAG DER TOTEN ENTE von den Tantiemen seines Vaters gut gehen läßt. Er kann sich gar nicht vorstellen, wie andere Menschen die Zeit finden zu arbeiten. Seinen Tag hat er in handliche 30-Minuten-Zeiteinheiten unterteilt: essen, Musik hören, zum Friseur gehen und sich einen extrem aufwendigen Haarschnitt machen lassen, der anschließend ganz zufällig aussieht, etc.

Autor Nick Hornby und die beiden amerikanischen Brüder-Regisseure Chris und Paul Weitz (AMERICAN PIE) bringen das immer häufiger herrschende Lebensgefühl auf den Punkt: sie zeigen den Mikrokosmos eines Menschen, der einfach nicht erwachsen werden will; ein Mikrokosmos voller bösartiger, pointierter Dialoge. Ok, ok, Marcus der Sohn der Hippie-Mama Fiona bringt den Privatier Will dann doch noch auf andere Gedanken. Aber auch wenn es so aussieht wie ein Happy End für alle Familienfreunde: ich bin mir sicher, dass das eher ein neues Party-Konzept ist, das sich Will da ausgedacht hat.

Nana A.T.Rebhan

Erstellt: 20-04-04
Letzte Änderung: 20-08-02


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