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Abenteuer ARTE : Samstag 8. Dezember um 20.45 Uhr - 27/11/07

4 - Sklavenhandel

Günstige Arbeitskraft für das pestgebeutelte Europa


Der erste Gefangene

1441 landete der ehrgeizige Antonio Goncalvez mit seinen Männern am Rio d'Ouro. 700 Kilometer südlich von Kap Bojador bewegte sich der kleine Trupp in das Landesinnere. Sie wollten endlich ihrem Herren einen Bewohner des fremden Erdteils präsentieren. Mehr als sechs Jahre dauerte die Suche nun schon.

Nach zwei Tagen fanden sie frische Spuren. Sie sichteten erst einen, dann mehrere Eingeborene und griffen zu. Es ist verbürgt, dass sie einen alten Mann gefangen nahmen. Goncalvez triumphierte. Ihm war gelungen, was noch keinem gelang. Sein Herr würde ihn reich belohnen. Später beschrieb Goncalvez, sie seien von einer größeren Gruppe Eingeborener beobachtet worden, eine alte Frau habe versucht, den Gefangenen zu befreien und auf sie eingeschlagen, doch seine Männer hätten sich nicht einschüchtern lassen. Die anderen Stammeskrieger seien in sicherem Abstand geblieben.


Schwarzes "Potenzial"

Mit ihrem wertvollen Fang traten die Portugiesen den Heimweg an. Heinrich hoffte, dass ihm die Bewohner des fremden Kontinents ersehnte Informationen liefern, die ihn endlich zu den verborgenen Schätzen leiten. Doch für manche bargen die Schwarzen ein ganz anderes Potenzial.

Einflussreiche Adelige standen den Expeditionen des Prinzen mit Ablehnung gegenüber. Warum die afrikanische Küste erkunden, das Leben unzähliger Edelmänner und Mannschaften riskieren, Unsummen verschwenden, ohne einen nennenswerten Gegenwert zu erhalten? Bislang wurde weder Gold noch das Priesterreich des Johannes gefunden. Sie forderten von Heinrich die Erlaubnis, die ungläubigen Schwarzen als Arbeitssklaven ins christliche Portugal zu bringen.


Schreckliches Kapitel

Im 14. Jahrhundert hatte die Pest in Europa gewütet. In einigen Landstrichen war dem schwarzen Tod fast die Hälfte der Bevölkerung zum Opfer gefallen. Es herrschte ein Mangel an Arbeitskräften in ganz Europa, auch in Portugal. Bereits 1444 stach die erste privat ausgerüstete Flotte in See. Es sollte der Anfang eines schrecklichen Kapitels der Geschichte sein. Bisher waren die Karavellen die Arbeitspferde der Entdecker gewesen, dann wurden sie zu Handelsschiffen für menschliche Ware.


Der zunehmende Handel mit Afrika veränderte die Karavelle. Immer mehr und vor allem größere Schiffe wurden gebraucht. Die neuen Karavellen boten Platz für 50-100 Menschen. Denn der Sklavenhandel versprach große Profite. Portugiesische Edelmänner sendeten kleine Flotten von drei bis fünf Schiffen immer tiefer nach Schwarzafrika, entdeckten den Senegal und Gambia und verschleppten Hunderte in die Sklaverei.


Ausbildung als Dolmetscher

Schließlich wurden erste Funde des lang ersehnten Goldes gemacht. Doch die Mengen waren gering. Immer wenn seine Männer einen Fuß auf unbekanntes Festland setzten, ließ Heinrich einen Eingeborenen nach Portugal bringen und ihn als Dolmetscher ausbilden. Er schickte ihn mit der nächsten Expedition wieder nach Süden. In der Hoffnung, mit seiner Hilfe endlich den Weg zu den verborgenen Reichtümern Afrikas zu finden.

© ZDF/Axel Engstfeld Filmproduktion


Erstellt: 27-11-07
Letzte Änderung: 27-11-07