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Zu Gustav Mahlers 100. Todestag am 18. Mai entführt ARTE nach Wien

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Wien 1900

Zu Gustav Mahlers 100. Todestag am 18. Mai entführt ARTE nach Wien

Wien 1900

30/05/11

Wien meets Mahler

Unter Dirigent Gustav Mahler 1897 - 1908 erlebt die Wiener Oper eine Blütezeit.

"Der neue Dirigent soll bereits so effektive Proben seiner Tatkraft abgelegt haben, dass schon fleißig gegen ihn intrigiert wird."
Karl Kraus in der Breslauer Zeitung
(16. Mai 1897)

Als Direktor der kaiserlich-königlichen Hofoper lenkt Mahler von 1897-1908 das musikalische Leben der Donaumetropole. Er räumte mit dem musikalischen Schlendrian auf, modernisiert die Bespielung der Oper, revolutioniert den Spielplan und setzt als Komponist Meilensteine in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Schließlich verlässt Mahler seine geliebte Oper und Wien wegen antisemitischer Hetze gegen ihn und wegen der Ressentiments eines Teils der Belegschaft ihm gegenüber.

Meister spielen Mahler: Mahler-Sinfonien ab dem 18. Mai 2011 auf ARTE Live Web


In Kooperation mit dem MDR streamt ARTE Live Web exklusiv das gesamte Programm des Internationalen Mahler-Festivals Leipzig im Internet.

Zehn Konzerte können vom 18. bis 29. Mai auf der Homepage der Event-Konzertplattform direkt miterlebt werden.

Die besten Musiker der Welt machen mit – und ARTE ist dabei.
Mahlers zweifache Begabung

Gustav Mahler hegte eine große Leidenschaft für das Sinfonieorchester. Porträt des österreichischen Komponisten und Dirigenten, dessen Todestag sich am 18. Mai 2011 zum 100. Mal jährt, von Ulysse Petit.

Gustav Mahler (1860-19911) nimmt einen besonderen Platz in der Musikgeschichte ein, denn er war ein hochbegabter Komponist und zugleich als Dirigent international anerkannt. Nach seinem Studium am Konservatorium in Wien widmete sich Mahler ab 1880 beiden Tätigkeiten: Er komponierte die Kantante „Das Klagende Lied“ und begann seine Dirigentenlaufbahn als Kapellmeister im österreichischen Bad Hall. Schon bald darauf wurde er als Dirigent in ganz Mitteleuropa engagiert, von Prag über Leipzig bis nach Budapest. In der ungarischen Hauptstadt entstand seine 1. Sinfonie mit dem Untertitel „Titan“ nach dem Roman des romantischen Schriftstellers Jean Paul.

Gustav Mahler hegte eine große Leidenschaft für das Sinfonieorchester, dessen Klangvolumen und sinnliche Qualitäten er steigerte. Dank seiner Instrumentierkunst kommt jedes Instrument zu besonderer Geltung  z. B. der Kontrabass, der in der 1. Sinfonie das Kinderlied „Bruder Martin“ („Frère Jacques“) in Moll zitiert, die Bratschen, die melancholisch die 10. Sinfonie einleiten, die Trompeten in der trauermarschartigen Fanfare der 5. Sinfonie. Mahler wagte es außerdem, das Orchester um Instrumente zu erweitern, die man bis dahin dort nicht gesehen hatte, wie das Posthorn (3. Sinfonie), die Mandoline (7. Sinfonie) oder auch die Orgel (8. Sinfonie).

Liebhaber der Stimmen
Wie Beethoven in seiner 9. Sinfonie ergänzt Mahler in mehreren seiner Werke das Sinfonieorchester durch einen Chor und Solostimmen. Seine 8. Sinfonie („Sinfonie der Tausend“), die auf dem zweiten Teil von Goethes „Faust“ beruht, verdeutlicht diese grandiose Kombination von Gesang (darunter sogar ein Kinderchor) und Instrumenten. Angesichts seiner Liebe zur Vokalmusik ist es kaum überraschend, dass Mahlers bedeutendster Karriereabschnitt die Zeit als Direktor der Wiener Hofoper (1897-1907) war. Obwohl er selber nie eine Oper komponiert hat, war Mahler ein bedingungsloser Anhänger des lyrischen Repertoires und inszenierte zahlreiche Werke.

Seine Liebe zur Musik war bedingungslos und ausschließlich. Seiner Frau Alma Mahler schrieb er: „Du hast von nun an nur einen Beruf: mich glücklich zu machen!“. Ihr Eheleben wurde von zahlreichen Krisen erschüttert, und 1910 sucht der Komponist Rat bei Sigmund Freud. Ein Jahr später starb Mahler in Wien. Er hinterließ eine unvollendete 10. Sinfonie - ein Opus, das die großen musikalisch-ästhetischen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts ankündigt.

Ulysse Petit für das ARTE Magazin Nr. 20


Erstellt: 20-04-11
Letzte Änderung: 30-05-11