„Valerie – Eine Woche voller Wunder“ von Jaromil Jires
„Valerie – Eine Woche voller Wunder“ Ein Film von Jaromil Jires Mit: Jaroslava Schallerová, Helena Anýzová, Petr Kopriva, Jirí Prýmek (1970, 73 Min)
Während die 13jährige Valerie schläft, schleicht sich ein Mann an sie heran und stiehlt ihre Ohrringe. Kurz darauf schickt der Dieb ihr einen erklärenden Brief, etwas später verrät er ihr die geheimen Kräfte der Schmuckstücke. Unterdessen zieht eine Truppe von Gauklern durch das Dorf, in dem Valerie mit ihrer Großmutter lebt, einer Frau, die unter ihrem alten Antlitz jung geblieben ist. Mit ihrer ersten Menstruation gleitet Valerie in eine Parallelwelt ab, in der die Regeln der Zeit aufgehoben sind… Der Film „Valerie – Eine Woche voller Wunder“ (1970) des tschechischen Regisseurs Jaromil Jires beruht auf dem surrealistischen Roman seines Landsmannes Vítězslav Nezval. Jires‘ Stil war schon vor dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei 1968 bruchstückhaft und offen, blieb jedoch stärker in der Realität verankert. Mit „Valerie – Eine Woche voller Wunder“ hat er ein Märchen für Erwachsene geschaffen, das in ein skurril-groteskes und sinnliches Wunderland führt.
Von Valeries Wunderland in das von Alice. Lewis Carrolls Heldin spielt die Hauptrolle in vielen Filmen, die sich meist an ein eher junges Publikum richten. Nicht so Jan Švankmajers „Alice“ (1988). Im Film des Tschechen ist das Wunderland ein verfallenes Haus, bewohnt von ausgestopften Tieren, die sich allmählich auflösen. Und natürlich rollen Köpfe. Wem Valeries Initiationsreise in surrealistische Traumwelten gefällt, folgt bestimmt auch gerne dem Helden von „Das Sanatorium zur Todesanzeige“ (Wojciech Jerzy Has, 1973) auf seiner Odyssee ins Reich der Sterbenden. Außerdem bietet sich „Nosferatu“ (1922) von Murnau an, der bei Jires zitiert wird. Und zu guter Letzt lohnt sich ein Blick auf folgende Filme, die bei ARTE Trash bereits liefen: