Etwas billiger fällt die eigentliche Bewerbungsrede vor dem Komitee aus, bei der der "Kaiser" wenig überzeugend über die Vorzüge Deutschlands schwadroniert, während ein paar verlorene Promis im Hintergrund lächelnd Däumchen drücken. "Titanic"-Chefredakteur Martin Sonneborn verfolgt im Fernsehen die Bewerbung und ist herzlich entgeistert. Er sieht die letzte gute Hoffnung und die WM 2006 endgültig in Südafrika untergehen.
Der eingefleischte Fußballfan versucht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, das Ruder doch noch herumzureißen. Ganz nach guter alter Satiremanier schickt Sonneborn sieben ebenso schmackhafte wie freche Bestechungsfaxe an ausgewählte Entscheidungsträger. Das verlockende Angebot: ein Fresskorb, inklusive original deutscher Kuckucksuhr.
Das Bestechungsfax, das bei der Abstimmung über den Austragungsort der Fußball-WM 2006 zur Enthaltung des neuseeländischen FIFA-Vertreters Charles Dempsey führte, enthielt folgendes Bestechungsangebot: "A fine basket with specialities from the Black Forest, including some really good sausages and - hold on to your seat - a wonderful KuKuClock".
Charles Dempsey erklärte allerdings, dass ihn weniger dieses höchst verlockende Angebot zur Enthaltung bewogen hatte, sondern dass ihm der ständige Druck von allen Seiten am Ende zu viel geworden war: "This final fax broke my neck", kommentierte er.






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