In seiner melancholisch-phlegmatischen Art ist Anderson für das amerikanische Kino so etwas wie der Cartoon-Hund Droopy für die Comicwelt von Tex Avery. Mit bisher lediglich sechs Filmen, skurril und humorvoll inszeniert und immer mit größter Liebe zum Detail, hat er es geschafft, die Hollywood-Filmindustrie für sich einzunehmen.
Auch wenn er selbst aussieht, als könne er kein Wässerchen trüben, nutzt Wes Anderson gern auch immer mal wieder Parodie und Klamauk als Stilmittel. So auch in „ Die Tiefseetaucher“, einer Komödie aus dem Jahr 2004, in der er den französischen Meeresforscher Jacques Cousteau, gespielt von Bill Murray, auf die Schippe nimmt.
Dabei ist Wes Anderson selbst ein zwanghaft-fetischistischer Detailfanatiker, dem die Ausstattung seiner Filme mindestens genauso wichtig ist wie sein eigenes Outfit – immer maßgeschneidert, aber meist einen Hauch zu knapp geschnitten.
Schon mit seinem ersten Film "Durchgeknallt" (Bottle Rocket) lässt Anderson erkennen, wohin seine filmische Reise gehen soll. Ein Trio von Möchtegern-Kriminellen geht auf Einbrechertour und überfällt einen Buchladen. Anschließend geht so manches schief, und schließlich raubt auch noch der Gangsterboss, für den sie einen weiteren Überfall begehen, einem von ihnen währenddessen die elterliche Villa aus.
Das Drehbuch zu dem 1996 gedrehten Film schrieb Wes Anderson zusammen mit seinem Kumpel aus Studienzeiten, dem Schauspieler Owen Wilson.
Anderson wurde im texanischen Houston geboren und verfasste als Heranwachsender Theaterstücke, in denen es um Sportwagen oder auch Star Wars ging. Schon damals offenbart sich seine Detailverliebtheit in der manierierten Gestaltung seiner Szenenbilder.
Filmkollegen wie Ben Stiller, Gene Hackman, Anjelica Huston oder Adrian Brody haben sich schon als Fans der Filme von Wes Anderson geoutet. Der hat natürlich wie jeder wahre Exzentriker auch so seine Marotten: Ohne die Schauspielerbrüder Wilson und Bill Murray – und sei es auch nur in einer 5-Sekunden-Rolle - gibt es praktisch keinen Film von ihm.
Der fantastische Mr. Fox, der erste Animationsfilm von Wes Anderson nach der Erzählung von Roald Dahl, dem Autor des Kinderbuchklassikers „Charlie und die Schokoladenfabrik“, kommt in Kürze auch hier in die Kinos. Die Hauptrolle des gerissenen Hühnerdiebs spricht in der Originalversion kein geringerer als George Clooney himself.
LINKS
Die Website von The Rushmore AcademyDie Website von Fantastic Mr Fox







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