Mitte Juli bewegt sich über die Straßen Berlins zu dröhnenden Bässen eine Demo der besonderen Art: Clubbetreiber, DJs und Partygänger fordern vom Stadtoberhaupt Klaus Wowereit den Erhalt der einzigartigen Berliner Clubszene. Garen z.B. betreibt eine Champagneria. Die ist praktischerweise bei ihm im Wohnzimmer, die Einrichtung hat er zusammengeschnorrt. Die Bar macht erst auf, wenn Garen Lust hat zu arbeiten und seine individuellen Öffnungszeiten verschickt er via MySpace und Newsletter. Garens Devise: "Tu einfach was du willst! In Berlin kannst du einfach machen, wozu du Lust hast. Meine Bar ist ausschließlich für meine Freunde und deren Freunde.“ Doch seit Kurzem hat er sogar eine Ausschanklizenz, die Polizei forderte sie ein, schließlich verkauft er Alkohol.
Reimund besitzt mit seinem Golden Gate Club mittlerweile eine der letzten unsanierten Party-Stätten im gesamten Bezirk Mitte. Er weiß: „In Berlin gehen die Leute besonders viel weg und intensiv. Sie haben ihren Club gern und machen daraus eine ganze Weltanschauung." Micha und seine Freunde erobern mit illegalen Partys in Sparkassen, Tunneln und Abrisshäusern symbolisch den öffentlichen Raum für das Partyvolk zurück. „Wenn wir die Partys öffentlich posten, haben wir die Jungs in Grün oder in Zivil schon direkt vor Ort und brauchen nicht mal mehr aufbauen. Es macht Spaß wenn man sieht, dass die Leute einfach von der ersten Minute an richtig Gas geben und tanzen."
Paula, ein Gast findet: „Das ist schon so der Reiz, dieses gemeinsame Wir-machen-was-Verbotenes-Gefühl. Das Wochenende ist ja dann auf jeden Fall schon auch ein Kraftakt manchmal. Und das ist gut. Das Gefühl, dass man einfach auch mal den Kopf leer hat." Der angesagteste After-Hour-Laden, die Bar25, zieht Easyjet-Touristen aus London, Paris und Madrid an, um hier von Freitag bis Sonntag entspannt durchzufeiern. Wir trafen Bar-Betreiber Christoph: "So, Tachchen. - Das ist nicht nur ein reiner Feierladen. Der Laden ist so einzigartig für Berlin, für Deutschland, auch für Europa, weil es eben so viele Freiräume gibt, weil es eigentlich so ne kleine Kommune ist, so'n kleines Dorf, wo eigene Gesetze herrschen, wo wir unser eigenes Leben aufgebaut haben, wo wir selber leben und wo wir unsere Gäste empfangen."
Doch auch mit diesem Vergnügen ist es bald vorbei. Die Stadt hat der Bar den Mietvertrag gekündigt, weil sie Investoren lieber ein sauberes Gelände präsentieren will. "Das ist dieses Denken, was nicht weit in die Zukunft geht. Diese Subkultur, die wir bedienen, das sind Leute, die irgendwann mal andere Kulturen in der Stadt bedienen und das ist das, wofür Berlin steht. Berlin ist eine Kulturhauptstadt und Berlin ist kein Wirtschaftsstandort.“
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Trackslist
Shadow Dancer : Drivetime
Rampa: Tanz Auf Mir
Art Bleek: Minus 5
Rampa: Katze
Der Dritte Raum: Swing Bop
Moonbeam: Otaria Ursina
Rampa: Soft Pink Skin
&Me: F.I.R.
Alexander Green : No Future







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