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Die Yes Men regeln die Welt

Dienstag, 15. September 2009 um 21.00 Uhr

> Wer sind die Yes Men?

Die Yes Men regeln die Welt

Dienstag, 15. September 2009 um 21.00 Uhr

Die Yes Men regeln die Welt

Chronologie einer weltweiten Veralberungsstrategie - 30/11/11

Wer sind die Yes Men?

Hochstapler? Perverse Hacker? Skrupellose Angeber? In jedem Fall sind Andy und Mike Veralberungskünstler. Als Aktivisten einer neuen Generation prangern sie mit ihrer beißend sarkastischen Kommunikationsguerilla den Neoliberalismus an.

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Hintergrund

 

  • Andy Bichlbaum (Pseudonym)

    1996 war Andy bei Maxim angestellt, einer kalifornischen Firma, die Videospiele herstellt, u. a. The Sims. Vor der Vermarktung des Spiels Simcopter baut er einen „Bug“ hinein: Zwei Männer in Badehose steigen aus dem Swimmingpool und küssen sich. Die Firma konnte darüber nicht lachen. Für Andy bedeutete dieser Zwischenfall den Beginn seiner „Karriere“.

 

  • Mike Bonanno (Pseudonym)

    Mike ist Assistenzprofessor am Rensselaer Polytechnic Institute New York. Der Künstler und Culture Jammer ist der Gründer der Barbie Liberation Organization, deren Ziel es ist, die Stimmen von sprechenden Barbie- und G.I. Joe-Puppen zu vertauschen. Macho-Soldaten kreischen plötzlich „Let’s go shopping!“ und blonde Bimbos „Vengeance is mine!“



Von der eng anliegenden goldenen Badehose bis hin zu den Survivaballs


Um den Liberalismus zu verspotten, schrecken die Yes Men vor nichts zurück.
Nach Ansicht von Naomi Klein, der Autorin von „No Logo", sind die Yes Men „einfach genial“.

2001 gründeten sie eine falsche Website der Welthandelsorganisation WTO.
Auf der in Finnland anberaumten Konferenz The Future of Textiles gaben sie sich als WTO-Vertreter aus, Andy bestieg das Podium in Anzug und Krawatte.
Um die Auswüchse des Neoliberalismus und die unbegrenzte Gier der Unternehmenswelt anzuprangern, führen die Yes Men deren Negativmerkmale ad absurdum. Andy bezeichnete Gandhi auf der Textilkonferenz als „protektionistischen Idioten“ und die Sklaverei als Zeitverschwendung und überflüssige Zwischenstufe vor der Ausbeutung der Länder der Dritten Welt. Aber leider verstand nicht jeder Konferenzteilnehmer die Ironie sofort. Um auch die etwas weniger aufmerksamen Zuhörer wachzurütteln, legte Andy schließlich seinen Anzug ab und stand in goldener Badehose mit aufblasbarem Riesenpenis vor seinem Publikum.

Aber das war erst der Auftakt, seither betreiben die Yes Men ihre Kommunikationsguerilla mit System. Sie halten ihre „Opfer“ zum Narren, indem sie etwa als vermeintliche Vertreter von McDonald's ein „unnachhaltiges“ Wirtschaftsentwicklungsmodell anbieten, sich als Delegierte von Dow Chemicals, dem für die Tragödie in Bhopal verantwortlichen Unternehmen, ausgeben, oder als angebliche Beamte des United States Department of Housing and Urban Development, um nach der Verwüstung der Stadt New Orleans durch Hurrikan Katrina die lokale Stadtplanung anzuprangern.

Heute wollen die Yes Men die „Welt reparieren“, indem sie amerikanischen Managern und Versicherern ihre Survivaballs anbieten. Dabei handelt es sich um Einmann-Kugelhüllen, die Reichen (denn der Survivaball ist teuer!) bei Terroranschlägen, Angriffen mit chemischen Waffen oder Naturkatastrophen Schutz bieten soll. Ein absurdes Projekt, aber trotz des karikaturesken Begleitvideos gab es Bestellungen für den Survivaball!

Erstellt: 11-08-09
Letzte Änderung: 30-11-11