Sendung vom 23. August 2009 - 23/08/09
der Gegenstand: der Eigelbtrenner
der Eigelbtrenner
Corinne Delvaux stellt uns heute einen ihrer geliebten kleinen, deutschen Gegenstände vor, die das Leben deutlich erleichtern.
Dies ist ein französischer Herr in seiner Küche. Heute will er schöne "meringues" machen. Die treuen Karambolagezuschauer wissen längst, dass sie auf deutsch "Baiser" heißen, was bisweilen Verwirrung stiftet.Nun, ganz gleich, wie man sie nennt, man muß immer als erstes das Eigelb säuberlich vom Eiweiß trennen. So, schauen Sie, wie unser französischer Freund das macht.
Das erste Ei, sehr schön, Das zweite, perfekt, das dritte, jetzt bloß nicht mit der Konzentration nachlassen. So, einmal hin, einmal her, und noch mal. Oje, jetzt ist das "malheur" passiert, wie man auf deutsch so schön sagt. So ein Schlamassel, das ganze Eiweiß ist hin! Sie wissen ja, daß schon ein wenig Eigelb im Eiweiß es unmöglich macht, das Eiweiß zu Eischnee zu schlagen. Tja, das war wohl nichts, also wieder von vorn! Nun kommt der deutsche Herr ins Spiel, und stellen Sie sich vor, auch er hat vor "méringues" zu machen, besser gesagt "Baisers". Wie sein französischer Kollege wird er das Eigelb vom Eiweiß trennen müssen.
Sehen Sie dieses kleine Gerät? Schauen Sie: Ein Löffel, besser: eine Art Sieb mit Schlitzen. So, unsere beiden Herren nehmen ein Ei, schlagen es vorsichtig auf, doch beachten Sie jetzt, was unser deutscher Freund macht: Er lässt das Ei in das Sieb gleiten. Das Eiweiß fließt durch die Löcher und das Eigelb bleibt oben! Jetzt muss nur noch das Eiweiß in die Schüssel gegeben werden. Ist das nicht genial? Schauen Sie, wie er es macht! Ein Kinderspiel! Ganz ohne Risiko! Eine großartige Erfindung, die je nach Hersteller Eigelbtrenner oder Eidottertrenner genannt wird.
Wirklich, das ist fantastisch! Oh, verflixt, da fließt plötzlich das Eigelb durch die Sieblöcher: Halb so schlimm, der Schaden kann gerade noch behoben werden. Uff! Betrachten Sie diese Modelle: dieses hier ist sehr elegant mit seinen beiden Henkeln; dieses hier stammt aus den 50er Jahren, schauen Sie, hier steht "Ei-gelb" und da steht "Ei-weiß". Er erinnert ein wenig an ein Kaffeekännchen, ganz reizend. Es funktioniert stets nach dem gleichen Prinzip…gut, es braucht ein wenig Geduld. Doch das ist nichts, verglichen mit dem, was auf französischer Seite passiert, wo es nach wie vor Probleme gibt… Zu guter Letzt: dieser ganz aktuelle hier aus Porzellan. Er hat eine ganz eigene Form: Man schlägt das Ei hinein, das Eigelb gleitet in diese Wölbung und das Eiweiß fließt durch den Schlitz. Das ist wirklich pfiffig! Also wirklich, es ist unglaublich, wie sehr es den Franzosen an Einfallsreichtum mangelt bei diesen kleinen Dingen des Alltags. Hier könnten sie von den Deutschen noch sehr viel lernen…
Text: Corinne Delvaux
Bild: Claire Doutriaux
Erstellt: 28-07-09
Letzte Änderung: 28-07-09