Doctor Prince & Mister Jackson
Was wäre die heutige Popmusik ohne die Hits aus den 80ern wie "Thriller", "Purple Rain" und "Billie Jean"? Das Doppelporträt von Michael Jackson und Prince zeigt die Übereinstimmungen und Gegensätze sowie Höhen und Tiefen in der Karriere der beiden Megastars.
Ihr Ausgangspunkt war derselbe: Michael Jackson und Prince wurden als Schwarze in den USA der 50er Jahre geboren, genauer gesagt 1958, und beide stammen aus der Region der Großen Seen. Da gibt es zwangsläufig viele Gemeinsamkeiten. Aufbauend auf ihrer unglaublichen Stimme, die wunderbar hohe Tonlagen erreicht, setzten beide allen Hindernissen zum Trotz einen sehr persönlichen Stil durch. Mit ihrem großen Talent und ihrer exzentrischen Persönlichkeit eroberten sie ein internationales Publikum, das sich bis dahin nicht sonderlich für afroamerikanische Musik interessierte.
Der eine ist ein außergewöhnlicher Tänzer, der andere ein genialer Instrumentalist. Echte Rivalen, wie oft behauptet wurde, waren sie in Wirklichkeit nicht, denn sie verfolgten unterschiedliche Ziele: Vom Auftreten und von der Musikproduktion her vertrat Michael Jackson den "Pop" in der Tradition des erfolgreichen Plattenlabels Motown. Prince dagegen ging viel stärker in Richtung "Funk" und ließ sich mehr vom Protestgeist als von einer kommerziellen Strategie leiten. Doch über ihre musikalischen Unterschiede hinweg spiegeln beide Künstler gleichsam die ganze Entwicklung der afroamerikanischen Musik des 20. Jahrhunderts wider.
Beide erstürmten die ersten Plätze der Weltcharts und prägten im Trubel und Überschwang der 80er Jahre nachhaltig eine zur Industrie gewordene Kunst. Der eine bekam den Beinamen König des Pop, der andere war bereits ein Prinz.
Aber wenn die Exzentrik in Exzess und das Talent in Verblendung umschlägt, kommt die Kehrseite der Medaille zum Vorschein. Beruflich und privat erlebten beide viel Hässliches und Enttäuschendes, das sie beinahe aus der Bahn geworfen hätte.
Welche Ironie des Schicksals: Gerade während der ersten Präsidentschaft eines Schwarzen in den USA leben die beiden Symbolfiguren der globalisierten afroamerikanischen Musik nun, 25 Jahre nach dem Höhepunkt ihrer Karrieren, fern des Rampenlichtes, das sie beide Jahre lang fast für sich allein beanspruchten.
Erstellt: 07-05-09
Letzte Änderung: 05-08-09
Ihre Meinungen
45 Kommentar(e)
für pavelle | ESCH
17.11.2009 - 12:58
habe Prince vs. MJ aufgenommen. Meine E-mail: schmitt.eberhard@web.de
michael vs. prince | margie
24.08.2009 - 16:12
Mag schon sein, dass M.J. die meisten Alben verkauft hat. Trotzdem finde ich ist Prince der kreativere und interessantere Musiker. Was ich nicht verstehe ist, dass in dem Bericht so getan wurde, als wäre Prince auch(!) total von der Bildfläche verschwunden!? Dabei hat er in den letzten Jahren tolle Alben rausgebracht(N.E.W.S.; Musicology; 3121; Planet Earth), die alle mit dem Grammy nominiert und teilweise auch ausgezeichnet wurden. Michael ist vielleicht der "Bekanntere" - Prince ist der "Bessere".
Erfolg spricht für sich | Moonwalker
23.08.2009 - 20:49
Ich denke man muss einsehen dass Michael Jackson der bessere und erfolgreichere Künstler war. Michael hat allein mit Thriller soviel verkauft wie Prince mit seinem ganzem Kram. Prince hat sich nich getraut mit ihm ein Duett zusingen. Kluge Entscheidung so konnte er ein Blamage verhindern. Und noch dazu in der Jugend ist Michael Jackson vorallem für seine Lieder bekannt die auch heute noch populär sind was am von Princes Liedern nicht sagen kann. Weiß wo von ich rede bin 16.
Kommentieren alle Kommentare anzeigen