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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart vom 25. Juni 2009 - 24/06/09

Flash of Genius

Ein Film von Marc Abraham


( Arte Bewertung: 3 ) Betrogener Erfinder kämpft gegen Ford - ganz allein

  • Trailer –  Flash of Genius

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Diese Woche

Synopsis: Bob Kearns, Universitätsprofessor und Vater von sechs Kindern erfindet den Intervallscheibenwischer. Er lässt sich diesen patentieren. Daraufhin führt er Ford seine Erfindung vor. Diese nutzen den Scheibenwischer, aber linken Kearn. Der Erfinder beginnt um sein Recht zu kämpfen. Verbissen. Jahrelang.

Kritik: Die Geschichte eines integren Erfinders, der um sein Recht kämpft, kommt einem in Zeiten der globalen Rezession, der Horrorgeschichten von den Börsen dieser Welt und den fiesen Börsenmaklern, den gierigen Spekulanten und den gestürzten Milliardären wie ein Märchen aus einer seltsamen Zeit vor. Wir schreiben das Jahr 1967. In "Flash of Genius" ist von Anfang an klar, wer gut und wer böse ist, David kämpft gegen Goliath, Bob Kearns gegen Ford. Ford besitzt ein ganzes Heer an Rechtsanwälten, mit viel Zeit und Geld. Kearns lässt sich dadurch nicht einschüchtern, denn er weiß, dass er im Recht ist. Dieses Recht will er durchsetzen, er ist der Gute. Er wird darum kämpfen, koste es, was es wolle.

Flash of Genius
USA 2009, 120 Min.
Regie: Marc Abraham
Mit Greg Kinnear, Lauren Graham, Dermot Mulroney, Alan Alda
"Flash of Genius" erzählt auch davon, welche persönlichen Opfer Bob Kearns bringt. Seine Frau und seine Kinder wenden sich von ihm ab, er landet vorübergehend in der Psychiatrie und besitzt kein normales Leben mehr, den Uni-Job hat er verloren. Jede Minute seines Daseins widmet er seinem Kampf gegen den Autoriesen. Seine Geschichte beruht auf Tatsachen, das macht sie auf jeden Fall spannender und nachhaltiger. Marc Abraham, der bislang als Produzent tätig war, u.a. bei der großartigen Zukunftsutopie "Children of Men" (2006), zeigt sich bei seinem Regiedebüt detailbewusst. Er versucht die Stimmung und das Ambiente der späten 60er, der 70er und der 80er Jahre originalgetreu einzufangen. Dass Zeit vergeht merkt der Zuschauer bisweilen nur am Älterwerden der sechs Kinder Kearns, die immer wieder mit anderen Schauspielern besetzt werden. Der Kampf dauert ganze dreizehn Jahre an.

„Flash of Genius“ ist kein lautes Drama, sondern ein ruhiger Film über einen Erfinder mit einem außerordentlichen Gefühl für Gerechtigkeit. Wahrscheinlich hätte fast Jeder das heimlich unterbrachte Schlichtungsangebot von Ford angenommen, das einer der Rechtsanwälte nachts den Kearns zukommen lässt: Ford ist bereit, 30 Millionen Dollar zu zahlen - aber unter der Bedingung, dass Kearns offiziell nicht Recht bekommt. Kearns fragt seine Kinder, die ihn mittlerweile tatkräftig im Kampf unterstützen, und gemeinsam lehnen sie ab.

Verglichen mit Steven Soderberghs bewegtem Film "Erin Brokovich" (2000), der seine Heldin Erin von Julia Roberts verkörpern ließ und einen Oscar für diese holte, ist "Flash of Genius" ein wenig fad geraten. Aber das macht nichts, denn er passt so gut in unsere bewegte Zeit, ist ein so guter Kontrast zu den täglichen Nachrichten. Greg Kinnear hat als Bob Kearns eine so beruhigende Ausstrahlung. Bob ist ein Mann, der besessen ist von seinem Idealismus, ein Mann - so integer wie ein Heiliger. Er hat, was viele nicht mehr haben: ein Ziel. Er kämpft gegen FORD - ganz allein. Und fährt dennoch bis zuletzt selbst einen Ford - auch das ist ein Zeichen seiner Loyalität, auch wenn dies auf den ersten Blick paradox erscheinen mag.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 23-06-09
Letzte Änderung: 24-06-09