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Meine Wiederholung
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Pans Erbe

Ein Ziegenhirte auf Sardinien

Sonntag, 16. November 2008 um 00.00 Uhr

Wiederholungen:
24.11.2008 um 01:55
07.11.2010 um 01:50
Pans Erbe
(Deutschland, 2007, 55mn)
WDR
Regie: Cord Barkhausen, Jochen Bruck

Stereo 16:9 (Breitbildformat)

Viehhirten sind aus der schnelllebigen Welt Europas beinahe vollständig verschwunden. Auf Sardinien hat sich die archaische und traditionsbewusste Lebensweise - in eingeschränkter Form - erhalten können. Der Dokumentarfilm begleitet einen sardischen Hirten bei der Arbeit und zeigt dessen enge Verbindung zu seinen Tieren und zur Natur.

Das Hirtendasein zählt zu den ältesten Lebensformen der Menschheit. Und noch heute gibt es zahlreiche Hirten, zum Beispiel auf Sardinien. Doch dort findet seit etwa zwei Jahrzehnten auch in der Welt der Hirten ein rasanter Umbruch statt. Die bis dahin nahezu archaische Tradition der Ziegenhaltung beginnt einer modernen Viehhaltung zu weichen, die Mensch und Tier einander entfremdet.
Der Dokumentarfilm begleitet den traditionsbewussten sardischen Ziegenhirten Antonello Salis und beobachtet, wie er diesen Umbruch erlebt, dem er sich unter dem Einfluss von Politik und Gesetz nicht entziehen kann. Antonello, knapp 50 Jahre alt, besitzt in den Hügeln Südsardiniens einen einfachen Stall. Der ist gemäß den gesetzlichen Vorschriften mit Melkmaschinen ausgestattet. Diese Maschinen hat Antonello jedoch nie benutzt. Seine 250 Ziegen melkt er von Hand. Er kennt sie sogar alle mit Namen. Seiner Meinung nach können diejenigen seiner Kollegen, die begonnen haben, ihre Ziegen maschinell zu melken, die Tiere gar nicht mehr auseinanderhalten.
Die besonders intensive Beziehung zu den Ziegen, die Antonello - wie von den Vorfahren ererbt - pflegt, färbt auf alle seine Tätigkeiten ab, sei es die Art, wie er Käse macht, auch, wie er schlachtet oder bei den Geburten der Zicklein hilft. Auch die Art und Weise, wie er für zahlende Gäste auf seinem Agriturismo typisch sardische Speisen zubereitet, hat Tradition. Diese zusätzliche Einkommensquelle wurde aus wirtschaftlichen Gründen für ihn zur Notwendigkeit.
Und nicht zuletzt spiegelt sich diese Nähe zur Tradition auch in den von Antonello gefertigten Steinfriesen und Skulpturen wider, die Hirtendasein und mythologische Themen umkreisen. In ihnen lässt sich Pans Welt der Ziegen und Hirten noch einmal erahnen.

Protagonist Antonello Salis ließ sich ausschließlich bei der Arbeit filmen. Außerdem vermied er es konsequent, direkt in die Kamera zu sprechen. Kurze Interviewsequenzen beziehungsweise Antonellos Stimme kommen daher nur aus dem Off und wurden für die in Deutschland ausgestrahlte Filmversion untertitelt. Antonellos entschiedene und beeindruckende Präsenz sowie die Authentizität von Bild und Wort machen einen begleitenden Kommentar nicht notwendig.