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Wettlauf um die Rohstoffe

Weltweit steigt die Nachfrage nach Rohstoffen, zumal Schwellenländer wie China, Brasilien und Indien ein rasantes Wirtschaftswachstum erleben.

Wettlauf um die Rohstoffe

27/01/09

Die wichtigsten Rohstoffe im Überblick: Uran

Uran (benannt nach dem Planeten Uranus) wurde erstmals 1789 von M. H. Klaproth aus dem Mineral Pechblende isoliert. In der folgenden Zeit, als seine speziellen Eigenschaften noch nicht bekannt waren, wurde es größtenteils in der Forschung, zum Einfärben von Geschirr und in der Fotografie verwendet.

H. Becquerel fand schließlich 1896 die Radioaktivität des Metalls heraus. Und seit der Entdeckung der Spaltbarkeit durch Neutronenbeschuss und damit der Möglichkeit der Kernspaltung, wird es seit den 1950er Jahren zur Energiegewinnung verwendet. Als wichtigster Kernbrennstoff in Atomkraftwerken hat das Uranisotop 235U eine große wirtschaftliche Bedeutung erlangt.
Uran ist ein silberglänzendes, mäßig hartes Schwermetall. Es kommt in sauerstoffhaltigen Mineralen, d.h. nicht in reiner Form, vor. Die größten Uranerzreserven liegen in den USA, Niger, Australien, Kasachstan, Namibia, Südafrika, Kanada, Brasilien, Russland, Ukraine und Usbekistan. 94 % des weltweit verwendeten Urans werden von zehn Staaten gefördert.

Jahresabbauvolumen: ca. 40.000 t
Uran und seine radioaktiven Folgeprodukte (z.B. das Edelgas Radon) sind sehr giftig. Dadurch können Abbau und Lagerung von Uran zu erheblichen Schäden bei Mensch und Umwelt führen. Die meisten Minengesellschaften lassen ihre Abbaumethoden daher nach ISO-Normen, und damit nach akzeptierten Umweltstandards, zertifizieren. Es ist aber immer zu beachten, dass durchdringungsfähige Beta- und Gammastrahlen freigesetzt werden können, die flüchtig sind wie Radon.

Uran dient – neben Plutonium – auch zur Herstellung von Kernwaffen und Zündsätzen für Wasserstoffbomben. Mehrere hundert Tonnen Uranmunition fanden Einsatz in indisch-pakistanischen Grenzkonflikten, in Tschetschenien, während der sowjetischen Invasion Afghanistans, im Kosovo-Krieg, im Zweiten Golfkrieg und im Irak-Krieg. Dabei wird die panzerbrechende Uranmunition beim Eintritt in den Panzerinnenraum zerstäubt und verbrennt explosionsartig. Selbst wenn ein solcher Angriff nicht immer tödlich endet, so verursachen die entstehenden Stäube doch erhebliche Gesundheitsschäden bei den kontaminierten Personen.

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Erstellt: 27-01-09
Letzte Änderung: 27-01-09