Da nach ein paar Monaten auf allen Seiten die Munition knapp wird, beginnt eine gigantische Mobilisierung industrieller und intellektueller Ressourcen. Die deutsche chemische Industrie, die französische Autoindustrie, Stahlwerke, Elektrofirmen, Werften wandeln sich zu Rüstungsunternehmen. Der Industrieführer Walter Rathenau und der Wissenschaftler Fritz Haber in Deutschland, der Politiker Albert Thomas und der Industrielle Louis Renault in Frankreich werden zu Schlüsselfiguren der Kriegswirtschaft. Der eigenen Seite endlich den entscheidenden Vorteil im Stellungskrieg zu verschaffen - das ist das Ziel aller Anstrengungen. Auf den Meeren tobt der Kampf um die Rohstoffe. Maschinen wie Flugzeug, Panzer und Auto erobern das Schlachtfeld. Neue chemische Kampfstoffe wie das Gas werden nach der Rezeptur der Wissenschaftler von der Industrie fronttauglich gemacht. Die Massenfertigung von Granaten und Minen, der Einsatz von Maschinengewehren und Flammenwerfern macht aus dem Krieg ein technisiertes Sterben, geplant an den grünen Tischen der Erfinder und Strategen. 66 Millionen Soldaten werden ins Feld geschickt. Mehr als 15 Millionen sterben in diesem großen Krieg, unter ihnen fast sechs Millionen Zivilisten. Das Leid von Hunderttausenden wird zur Rechengröße in der Ökonomie des Krieges. "Maximales Blutbad zu minimalen Kosten", wie es der Philosoph Bertrand Russel formuliert hat.In der 90-minütigen Dokumentation fügen sich bisher unbekanntes Archivmaterial und Interviews mit Zeitzeugen im Alter zwischen 100 und 110 Jahren aus Frankreich, Großbritannien, Belgien und Deutschland zu einem eindrucksvollen Blick auf eine der schrecklichsten Epochen des 20. Jahrhunderts.
Bildnachweis:
Französische Soldaten klettern während der Schlacht um die ostfranzösische Stadt Verdun zu einem Angriff aus ihren Schützengräben. Die Stadt wurde im November 1916 von den Franzosen zurückerobert.
Bildrechte: WDR / (c) dpa





per E-Mail verschicken
RSS
Facebook
Twitter

