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Berlinale Live! - 16/02/06

16. Februar

  • Das leise Laufwerk

Die diesjährige Berlinale ist bereits sieben Tage alt, und noch immer gibt es keine Skandale, Unfälle oder schlimme Pannen zu vermelden. Dafür, dass alles so reibungslos läuft, sind zahlreiche Menschen verantwortlich, für die das Filmspektakel keine Sensation bedeutet, sondern Teil des Jobs ist. Allerdings bleibt es auch für das Servicepersonal eine willkommene Abwechslung, wenn ein George Clooney beim Autogrammgeben nur eine Armlänge entfernt steht, wie Marian Pardemann zugibt. Er arbeitet in der Abendschicht am Einlass des Berlinale-Palastes und hat seit der Eröffnungsfeier alle großen und kleineren Stars über den roten Teppich kommen sehen. Beizeiten muss er auch mal allzu hartnäckige Fans in die Schranken weisen, die sich als vermeintliche Cousinen oder Neffen der Produzenten den Eintritt auch ohne Karten zu erschleichen versuchen.

Dass die Füße vom langen Stehen schmerzen, ist den geduldigen und stets hilfsbereiten Mitarbeitern nicht anzumerken. Ihnen ist es zu verdanken, dass der rote Teppich fusselfrei bleibt und mancher orientierungslose Festivalbesucher doch noch seinen Weg ins richtige Kino findet. Schade findet Pardeman allein, dass er selbst, obwohl so nah am Geschehen, die gezeigten Filme allesamt verpasst. Statt dessen hat er vom Foyer aus alles im Blick, was vor dem Berlinale-Palast passiert, aber außer einigen Anti-USA-Demonstranten, die zur Premiere von „Syriana“ auftauchten, war auch draußen alles ruhig. Es scheint also, als bliebe die größte Überraschung allein der Preisverleihung am Samstag vorbehalten, aber so sollte es ja schließlich auch sein.

Jutta Klocke

Erstellt: 16-02-06
Letzte Änderung: 16-02-06