- Socialising-Streß
Die letzte Hälfte des Festivals hat nun begonnen, aber von Entspannung kann noch keine Rede sein. Noch immer hetzen alle geschäftig im Bermudadreieck von Berlinale Palast – Hyatt – Cinemaxx treppauf, treppab und versuchen, den eng gestrickten Terminplan einzuhalten. Dabei bekommt man den Eindruck, dass die Filme nicht den eigentlichen Mittelpunkt des Festivals bilden, sondern sich die wirklich wichtigen Termine außerhalb des Kinosaals abspielen. Hier ein Empfang, dort ein Branchentreffen und zwischendurch eine Pressekonferenz und obendrauf noch eine von den zahllosen Premierenpartys. Da heißt es Schwerpunkte setzen. Und während die einen vor dem Kino Schlange stehen, findet die Pressekonferenz vom Roten Kakadu vor leeren Stuhlreihen statt.
Ein künstlich aufgebauschtes Gefühl des Verpassens hat es geschafft, sich als zusätzliche Grundstimmung zu etablieren, der Party-Overkill erledigt den Rest. Wo kann man Charlotte Rampling zum Disco-Fox auffordern, wo Ewan McGregor seine Akkreditierung in den Prosecco hängen? Und so schieben sich an einem Ende der Stadt wahnsinnig wichtige Personen hektisch mit ihrer Einladung fuchtelnd durch überfüllte Small Talk-Bastionen, woanders präsentiert sich diese Oberflächlichkeit in adäquater Leere. Man weiß zwar nicht mehr, wieso man da ist, aber man ist dabei. Aber vielleicht sollte man lieber nach Hause gehen, damit man am nächsten Morgen den Weg ins Kino schafft. Aber dafür ist ja eh keine Zeit, denn da ist ja dieser Brunch von...keine Ahnung...Cornelis Hähnel






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