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Im Spiegel der Zeitschriften Nr. 14

Leitartikel

Wir haben bereits einmal im Winter 2006 vom Thema Energie gesprochen, als Europa von der ersten Gaskrise zwischen Russland und der Ukraine heimgesucht wurde (Im Spiegel der Zeitschriften N°3). Mit neun Studenten des Europakollegs aus dem Jahrgang „Charles Darwin“ (2009-2010) sind wir nun aus zwei Gründen auf dieses Thema zurückgekommen:
- Die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Energiepolitik, welche bereits seit Jahren von zahlreichen Experten aller politischen Denkschulen gefordert wird, hat sich bei den europäischen Verantwortlichen bisher nicht durchgesetzt. Und das, obwohl die EU Ende 2008 unter französischer Ratspräsidentschaft das Energie und Klimapaket beschlossen hat.
- Vom 7. zum 18. Dezember 2009 findet zudem in Kopenhagen die Konferenz der Vereinten Nationen zur Klimaveränderung statt. Diese könnte, über eine beinahe weltweite Sensibilisierung zu dem Thema hinaus, einen entscheidenden Schritt in Richtung eines bindenden Engagements für die größten Umweltverschmutzer mit sich bringen. Ein solches Engagement könnte dann im Juni 2010 auf einer in Bonn angesetzten Konferenz bestätigt werden. Sollten in Kopenhagen weder ein Vertrag noch eine prinzipielle Einigung erzielt werden (so wie kürzlich von der Vizepräsidentin der europäischen Kommission Margot Wallström im französischen Blog L’Europe en débat erwähnt), dann wäre dies eine verpasste Gelegenheit und ein herber Rückschlag.
Denn, wie jene 56 Zeitungen aus allen fünf Kontinenten in ihrem gemeinsamen Kommentar vom 7. Dezember schildern, der globale Kapitalfluss ist 2008 erstmal in Richtung erneuerbare Energien gegangen.

Warum ist die Europäische Union, die nach dem 2. Weltkrieg durch das Zusammenlegen von Kohle und Stahl im Rahmen der EGKS und der Nuklearenergie im Rahmen von EURATOM aufgebaut wurde, bisher nicht zu einer Einigung gekommen, welche ihre Energiesicherheit gegen nationale Interessen und das Eingreifen der Nuklear-, Gas- und Öllobbies schützen würde? Im typischen Stil von Im Spiegel der Zeitschriften haben wir versucht, eine Antwort auf diese Frage zu finden, indem wir die Energiesituation in acht Ländern miteinander verglichen haben: Schweden, Frankreich, Finnland, Russland, Deutschland, Großbritannien, Polen und Spanien. Dabei haben wir unter anderem die nationalen Energiepolitiken genauer unter die Lupe genommen. Das Resultat dieser Analyse kann somit als europäischer Hintergrund der Diskussionen in Kopenhagen angesehen werden.

Es freut uns besonders festzustellen, dass dieses Thema rege Diskussionen zwischen den teilnehmenden Studenten und den Lesern unseres Blogs hervorgerufen hat. Vor allem Großbritannien und seine historische Minentätigkeit haben dabei zu vielfältigem Austausch geführt. Und dies ist, so hoffen wir, nur der Anfang eines Aufbruchs hin zum partizipativen Web.

Erstmals seit seiner Gründung wird diese 14. Ausgabe von Im Spiegel der Zeitschriften zunächst kein Fazit enthalten. Dieses wird erst nach dem 18. Dezember und der Klimakonferenz von Kopenhagen erscheinen. Wir werden darin die Rolle der Europäischen Union in den Verhandlungen beleuchten.

Claire A. Poinsignon
Europareferentin
ARTE France
c-poinsignon@artefrance.fr

Luis Bouza García
Akademischer Assistent
Projektkoordinator zwischen beiden Europakollegs
Europakolleg
Standort Brügge


UM DIE KONFERENZ VON KOPENHAGEN HAUTNAH MITZUERLEBEN
- Der Blog von ARTE Reportage, live aus Kopenhagen. Täglich vom 7. zum 18. Dezember 2009:
http://kopenhagen.arte.tv/


An dieser Ausgabe haben teilgenommen:
Alison Boyes (Großbritannien)
Agnes Elklund (Schweden)
Paloma Marin Ortiz (Spanien)
Anne Meister (Deutschland)
Marina Mikhova (Russland)
Roosa Paakkola (Finnland)
Nicolas Roger-Marchart (Frankreich)
Danuta Rydlewska (Polen)
Aleksandra Tomczak (Polen)

Übersetzung: Sprachservice ARTE GEIE
Bildmaterial: Luis Bouza Garcia
Überarbeitung und Veröffentlichung der deutschen Fassung: Diana Kraus
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Im Spiegel der Zeitschriften Nr. 14
Energie - Politik, Lobbies, Umwelt

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Erstellt: 11-12-09
Letzte Änderung: 21-12-09


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