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Kino auf ARTE - 05/10/11

100.000 Dollar in der Sonne

(Cent mille Dollars au soleil / 100.000 Dollari al sole)
Spielfilm, Deutschland/Frankreich/Italien 1964, ZDF
Regie: Henri Verneuil; Buch: Marcel Jullian, Henri Verneuil, Michel Audiard; Kamera: Marcel Grignon; Komponist: Georges Delerue; Schnitt: Claude Durand; Produzent: Robert Sussfeld, Irénée Leriche, Alain Poirée; Produktion: Gaumont, Trianon Films, Ultra Films
Mit: Jean-Paul Belmondo - (Rocco), Lino Ventura - (Hervé Marec), Reginald Kernan - (John Steiner), Bernard Blier - (Mitch-Mitch), Andréa Parisy - (Pepa), Gert Fröbe - (Castigliano), Doudou Babet - (Khenouche), Pierre Mirat - (Halibi), Henri Lambert - (Robert), Anne-Marie Coffinet - (Angèle)

In der sengenden Hitze Nordafrikas plant Rocco den großen Coup: Mit Freundin Pepa stiehlt er den nagelneuen Lkw von dem Spediteur Castigliano. Die geheimnisvolle Ladung soll 100.000 Dollar einbringen. Doch Rocco hat die Rechnung ohne seinen langjährigen Freund Marec und den zwielichtigen Steiner gemacht, die ihm dicht auf den Fersen sind.



Castigliano, cholerischer Boss einer nordafrikanischen Spedition, engagiert für einen Spezialauftrag den Fernfahrer John Steiner - einen mysteriösen Typen mit gefälschten Papieren. Der lässige Rocco und seine Kumpels dagegen arbeiten schon lange für Castigliano. Dass ein Fremder den Auftrag bekommt, geht ihnen gegen den Strich.
Doch Steiners Fahrt findet gar nicht statt. Denn am Morgen der geplanten Fahrt ist der nagelneue Lkw samt Ladung verschwunden. Schnell wird klar, dass Rocco mit Freundin Pepa den Wagen gestohlen hat. Beladen mit geschmuggelten Waffen, ist das Fahrzeug auf dem Weg zur Staatsgrenze, wo ein Deal über 100.000 Dollar stattfinden soll. Tobend vor Wut, hetzt Castigliano Roccos langjährigen Freund Marec gegen eine hohe Belohnung dem Laster hinterher. Auf Verfolgerseite kommt noch der inzwischen entlassene Steiner dazu, der sich für den Verdienstausfall rächen will.
Unter der brennenden Sonne der Sahara beginnt eine wilde Verfolgungsjagd voller Action und Abenteuer, an der eine Männerfreundschaft beinahe zerbricht und an deren Ende ein Betrüger zum Betrogenen wird ...

Henri Verneuil, französischer Regisseur armenischer Herkunft, war für das französische Kino von entscheidender Bedeutung. Vor allem in den 60er bis 80er Jahren drehte er zahlreiche Abenteuerfilme, Krimis und Thriller. Der 1964 im offiziellen Wettbewerb in Cannes präsentierte "100.000 Dollar in der Sonne" entstand in dieser intensiven Schaffensphase. Das raubeinige Duo Jean-Paul Belmondo und Lino Ventura stand hier zum zweiten Mal zusammen vor der Kamera (nach Claude Sautets "Der Panther wird gehetzt", 1960).
Belmondo, der zuvor schon in Henri Verneuils "Ein Affe im Winter" (1962) gespielt hatte, legt mit seinem arrogant-schlitzohrigen Auftritt bereits alle Züge seiner nachfolgenden Actionhelden an: abgeklärte lakonisch-zynische Raubeine versehen mit ungebrochenem jugendlichen Übermut.
In den Nebenrollen glänzen Andréa Parisy als attraktive Pepa, Gert Fröbe als hitzköpfiger Speditionschef und Bernard Blier als schelmischer Fernfahrer Mitch-Mitch.
Verneuil gelang ein durchweg spannender, unterhaltsamer Film, ein energiegeladener Schlagabtausch zwischen Ventura und Belmondo vor der grandiosen Landschaftskulisse Marokkos. Besonders stolz soll der Regisseur auf das halsbrecherische kurvenreiche Wettrennen durch die Wüste gewesen sein, das "ganz ohne Tricks aufgenommen" worden sei.
"Ein amüsanter Abenteuerfilm, der durch seine brillante Inszenierung und einen exzellenten Hauptdarsteller das Gros des Genres überragt." ("film-dienst")

100.000 Dollar in der Sonne
Dienstag 25. Oktober 2011 um 14.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, Frankreich, Italien, 1964, 119mn)
ZDF

Erstellt: 05-10-11
Letzte Änderung: 05-10-11